Urteil
Agentur ist nicht schuld an Michael Jacksons Tod

Wer ist verantwortlich für den Tod Michael Jackson? Die Familie beschuldigte den Konzertveranstalter, den King of Pop in den Tod getrieben zu haben. Doch die Geschworenen vor Gericht wollten davon nichts wissen.
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Los AngelesMichael Jackson war viel mehr als nur ein Sänger. Er wurde zum Markenartikel und ist das heute, vier Jahre nach seinem Tod, noch immer. Um die Frage nach der Schuld an seinem Tod, vor allem aber um viel Geld haben in den vergangenen Monaten Jacksons Familie und Jacksons Konzertveranstalter gestritten. Nun hat ein Schwurgericht in Los Angeles sein Urteil gefällt: Der Konzertveranstalter ist nicht verantwortlich am frühen Tod des „King of Pop“.

Jackson war Ende Juni 2009 in Los Angeles gestorben. Nur Tage später hatte seine Konzertserie mit 50 ausverkauften Shows beginnen sollen. Der Popstar brauchte Geld und Erfolg, der Markt brauchte Jackson. Deshalb hatte der Konzertveranstalter AEG Live dem 50-Jährigen einen persönlichen Arzt an die Seite gestellt, der für 150.000 Dollar im Monat den Star rund um die Uhr betreuen und arbeitsfähig machen sollte.

Doch dieser Dr. Conrad Murray erwies sich als nicht so selbstlos, wie man sich einen Arzt wünscht. Statt seinen Patienten umfassend, aber angemessen zu umsorgen, soll er ihm Propofol zum abendlichen Einschlafen gespritzt haben - ein starkes Betäubungsmittel, das sonst bei Operationen benutzt wird. Auch als Jacksons Körper kollabierte, schien Murray erst einmal eigene Interessen und nicht die seines Patienten zu verfolgen. Jackson starb, Murray musste wegen fahrlässiger Tötung für zwei Jahre in Haft und soll in diesem Monat wieder freikommen.

Für Jacksons Familie gab es so einen klaren Mitschuldigen am Tod des erfolgreichsten Familienmitglieds: AEG Live habe Murray angestellt, um Jackson gesund zuspritzen, koste es, was es wolle. Der Konzertveranstalter habe einen inkompetenten Arzt angeheuert, nur um Jackson für die Konzerte fit zu machen. Spätfolgen? Nebensache.

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