Urteil
Hopp-Erpresser muss drei Jahre und neun Monate in Haft

Wegen der Erpressung des Mitbegründers des Softwareunternehmens SAP, Dietmar Hopp, ist der 43-Jährige Täter zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Das Heidelberger Landgericht unter Vorsitz von Edgar Gramlich würdigte in seinem Urteilspruch das Geständnis und die finanzielle Lage des Angeklagten und blieb unter den Forderungen der Staatsanwaltschaft von fünf Jahren und drei Monaten.
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HB HEIDELBERG. Das Landgericht Heidelberg befand den Spediteur am Mittwoch der versuchten räuberischen Erpressung und des Verstoßes gegen das Waffengesetz für schuldig. Der Mann hatte 5,5 Mio. Euro gefordert und damit gedroht, drei Familienmitglieder zu töten.

Mit dem Urteil blieb das Gericht unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren und drei Monaten beantragt hatte. Der Verteidiger hatte auf eine Haftstrafe von zwei Jahren und neun Monaten plädiert.

"Es ging nicht um Peanuts, sondern um 5,5 Mio. Euro", sagte der Vorsitzende Richter, Edgar Gramlich. Das Gericht habe den Beteuerungen des Angeklagten nicht geglaubt, er habe im Zuge der Erpressung nur einen Ausgleich für einen gekürzten Bank-Kredit erwirtschaften wollen. Der Mann aus Gemmingen bei Heilbronn hatte ausgesagt, seine Hausbank habe ihm den monatlichen Dispositionskredit von 60 000 Euro auf einmal halbieren wollen. Das Fuhrgeschäft mit seinen acht Lastwagen sei wegen der Wirtschaftskrise in finanzielle Schieflage geraten.

Gramlich sagte, vor allem die Drohung, Hopps Frau und die beiden Söhne innerhalb von sechs Monaten umbringen zu wollen, sei sehr schwer gewesen. Er habe die Familie Hopp in Angst und Schrecken versetzt. In den Erpresserbriefen hatte sich der Mann selbst mit seinem Unternehmen ins Spiel gebracht. Innerhalb von zwei Monaten hätte er in seinem Transporter fünf Sporttaschen mit dem Lösegeld durch Belgien, Luxemburg und die Niederlande fahren sollen, bis sich die nicht existierenden Erpresser das Geld holen wollten. Hopp schenkte dieser Version von Anfang an keinen Glauben, sondern alarmierte unverzüglich die Polizei, die einen verdeckten Ermittler als Kontaktmann auf den Erpresser ansetzte.

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