US-Bundesstaat Washington Unglückszug war viel zu schnell unterwegs

Nahe Seattle ist ein Passagierzug auf einem neuen Streckenabschnitt entgleist und auf die Autobahn gestürzt. Drei Menschen kamen ums Leben, viele wurden verletzt. Ursache soll eine Geschwindigkeitsüberschreitung sein.
Update: 19.12.2017 - 09:49 Uhr Kommentieren
Ein Waggon war von einer Brücke auf eine Autobahn gekippt und lag kopfüber auf dem Asphalt. Quelle: dpa
Zusammengefalteter Zug

Ein Waggon war von einer Brücke auf eine Autobahn gekippt und lag kopfüber auf dem Asphalt.

(Foto: dpa)

TacomaBei einem schweren Zugunglück im US-Bundesstaat Washington sind drei Menschen getötet und mehr als 70 weitere verletzt worden. Das teilten die Behörden am Montagabend (Ortszeit) mit. Der verunglückte Zug sei nach Angaben der Verkehrssicherheitsbehörde NTSB viel zu schnell gefahren. Der Zug sei mit 128 Kilometern pro Stunde unterwegs gewesen, erklärte die Behörde unter Berufung auf den Zugdatenschreiber. Erlaubt gewesen seien an der Unglücksstelle nur 48 Stundenkilometer. Warum der Zug entgleiste, müsse aber noch untersucht werden, sagte NTSB-Aufsichtsratsmitglied Bella Dinh-Zarr.

Der Zug war am Montag um kurz nach 7.30 Uhr Ortszeit nahe der Stadt Tacoma entgleist und teilweise auf eine Autobahn gestürzt. Nach neusten Angaben des Betreibers Amtrak befanden sich etwa 80 Passagiere und fünf Besatzungsmitglieder an Bord.

Luftaufnahmen zeigten einen zusammengefalteten Zug, die Waggons lagen wie von einer gewaltigen Faust angehalten entlang der Gleise. Ein Waggon war von einer Brücke auf eine Autobahn gekippt und lag kopfüber auf dem Asphalt der im morgendlichen Berufsverkehr viel befahrenen Interstate 5. Autos und Lastwagen wurden getroffen. Ein zweiter Waggon hing von der Brücke.

„Wagons stürzten herab“ – Tragisches Zugunglück sorgt für Highway-Chaos

„Wagons stürzten herab“ – Tragisches Zugunglück sorgt für Highway-Chaos

Der Passagier Chris Karnes schilderte der „Seattle Times“ den Unfall so: Der Zug sei in voller Fahrt gewesen. Dann sei man plötzlich zu einer Art Biegung in den Gleisen gekommen und entgleist. Er und sein Freund hätten großes Glück gehabt, sie seien in die Polster der gegenüberliegenden Sitze geschleudert worden.

„Wir haben ein Bersten und ein Zerbrechen gehört, und die Wagen sind zerrissen. Menschen haben geschrien, dann sind die Lichter ausgegangen“, berichtete Karnes. Sie hätten die Fenster eingetreten und seien aus dem Zug in eine Böschung gesprungen.

US-Präsident Donald Trump nahm das Unglück zum Anlass, um via Twitter für Investitionen in die US-Infrastruktur zu werben. Brücken, Tunnel und Gleise seien marode. „Nicht mehr lang!“, schrieb Trump. Das Zugunglück zeige „mehr denn je, warum unser Infrastrukturplan, der bald vorgelegt wird, schnell genehmigt werden muss“, twitterte er. Allerdings befuhr der Unglückszug zum ersten Mal eine nagelneue Strecke, als er entgleiste. Einen Infrastrukturplan der US-Regierung gibt es bislang nicht. Später schob Trump auf Twitter Beileid für die Opfer nach.

Der Abschnitt war nach Angaben des Verkehrsministeriums des Staates Washington seit dem Jahr 2010 mit 181 Millionen Dollar ausgebaut worden, um Kurven zu vermeiden. Er sollte laut Amtrak zehn Minuten Zeitersparnis bringen.

  • ap
Startseite

Mehr zu: US-Bundesstaat Washington - Unglückszug war viel zu schnell unterwegs

0 Kommentare zu "US-Bundesstaat Washington: Unglückszug war viel zu schnell unterwegs"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%