US-Gericht weist Berufung ab - Nun nächste Instanz
Koma-Patientin wird nicht wieder künstlich ernährt

Terri Schiavo wird nicht wieder künstlich ernährt. Ein US-Berufungsgericht in Atlanta hat am Mittwoch einen Antrag für die Wiederaufnahme der künstlichen Ernährung abgewiesen. Der Wettlauf gegen die Zeit im Kampf um das Leben der amerikanischen Koma-Patientin geht nun in die entscheidende Phase.

HB WASHINGTON/ATLANTA. Fünf Tage nach dem Ende der künstlichen Ernährung lehnte das Bundesberufungsgericht in Atlanta (US- Bundesstaat Georgia) am frühen Mittwochmorgen (Ortszeit) den Antrag ab, die lebensentscheidende Versorgung der Koma-Patientin wieder aufzunehmen. Nun wollen die Eltern Medienangaben zufolge den Obersten Gerichtshof in Washington - die letztmögliche Instanz - anrufen.

Die Entscheidung des dreiköpfigen Gerichts in Atlanta fiel den Angaben zufolge nach über 16 Stunden Beratung spät in der Nacht mit zwei zu eins Stimmen. „Unabhängig davon, dass wir Frau Schiavo wünschen, sie hätte niemals solch ein schreckliches Unglück erleiden müssen, sind wir ein Rechtsstaat... und die Gesetze müssen angewandt werden“, hieß in der Urteilsbegründung laut der „Los Angeles Times“. Der überstimmte Richter Charles Wilson hatte argumentiert, dass angesichts der lebensbedrohlichen Situation der Patientin erst einmal der Klage hätte stattgegeben werden sollen.

Die Eltern der Kranken, Mary und Bob Schindler, hatten am Dienstag auf eine rasche Entscheidung gedrängt. „Ihre Tochter welkt rasch dahin, die Eltern fürchten einen baldigen Tod“, betonte der Anwalt der Eltern, David Gibbs. Ärzte rechnen damit, dass Schiavo zwischen einer und zwei Wochen nach der Beendigung der künstlichen Ernährung sterben müsse. Diese war nach einem ersten Gerichtsbescheid am Freitag beendet worden.

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch hatten Befürworter und Gegner einer Fortsetzung der künstlichen Ernährung von Schiavo vor dem Gericht in Atlanta demonstriert.

Terri Schiavo liegt seit 15 Jahren im Wachkoma. Ihre Eltern Mary und Bob Schindler hatten das Gericht angerufen, um den Tod ihrer 41- jährigen Tochter durch Verhungern und Verdursten zu verhindern. Schiavos Ehemann will das Ende der künstlichen Ernährung durchsetzen und gibt an, damit dem Willen seiner Frau zu entsprechen.

Die Eltern hatten das Berufungsgericht angerufen, nachdem ein Bundesbezirksrichter in Florida die Wiederaufnahme der Ernährung abgelehnt hatte. Zuvor hatte der Kongress in einem spektakulären Verfahren am Wochenende nachts ein Sondergesetz beschlossen, das es ermöglicht, den Streitfall nach Ausschöpfung aller Rechtswege in Florida von Bundesinstanzen klären zu lassen.

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