US-Komapatientin
Mehrheit der US-Bürger will Schiavo sterben lassen

HB BERLIN. Eine Mehrheit der US-Bürger ist dafür, die künstliche Ernährung der Komapatientin Terri Schiavo nicht wieder aufzunehmen. In einer Umfrage des Fernsehsenders ABC sprachen sich 63 Prozent der Befragten dafür aus, der 41-Jährigen nicht wieder die Magensonde einzupflanzen. Die Eltern Schiavos wollen aber weiter um das Leben ihrer Tochter kämpfen.

Vater Bob Schindler sagte, er bete, dass das von den Eltern am Freitag erneut eingeschaltete Bundesberufungsgericht in Atlanta (Georgia) das Leben seiner Tochter rette. Der Tod Schiavos werde wohl nicht mehr lange auf sich warten lässt. «Sie wird ständig schwächer. Die letzten Stunden unserer Tochter sind nahe», sagte er am Freitag vor dem Hospiz in Clearwater (Florida), in dem Terri Schiavo betreut wird. «Es gibt nicht mehr viel Zeit zum Handeln.»

Zuvor waren die Eltern mit Anträgen zur Wiederaufnahme der künstlichen Ernährung vor mehreren Gerichten gescheitert. Schiavos Ehemann Michael hatte vor einer Woche erreicht, dass diese ausgesetzt wird. Auch ein Antrag von Floridas Gouverneur Jeb Bush, die seit 15 Jahren im Wachkoma liegende Frau in staatliche Obhut zu nehmen, war von den Richtern zurückgewiesen worden.

In der ABC-Umfrage äußerten sich die überwiegende Mehrheit der Bürger kritisch zur Einmischung der Politik in die Angelegenheit. 70 Prozent gaben an, die Art und Weise wie Präsident George W. Bush und der Kongress sich in diese Angelegenheit einmischten, sei unangemessen. Der Kongress hatte vor einer Woche ein Sondergesetz erlassen, um Schiavo zu retten und sich damit über die Zuständigkeit der Gerichte in Florida hinweggesetzt. Rechtsexperten hatten dies als Verstoß gegen die Gewaltenteilung kritisiert.

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