US-Ostküste
Irene nimmt Kurs auf die Metropolen

Seit dem Morgen wütet der Hurrikan Irene an der Küste North Carolinas, jetzt walzt er sich weiter in Richtung der Großstädte an der Ostküste. In New York und Washington bereiten sich die Menschen auf das Schlimmste vor.
  • 5

WashingtonIn Manhattan bilden sich Schlangen vor Taxiständen, weil keine U-Bahn mehr fährt. In Philadelphia fliehen Menschen aus niedrig gelegen Stadtteilen. Und in Washington wünscht man sich im Supermarkt „pass auf dich auf“, während draußen am Himmel die ersten dunklen Wolken aufziehen. In den kommenden 24 Stunden herrscht für 65 Millionen Menschen an Amerikas Ostküste der Ausnahmezustand. Hurrikan Irene nimmt Kurs auf die Metropolen.

Was den Menschen dort bald blühen wird, können sie seit dem Morgen im Fernsehen verfolgen. Um 7.30 Uhr Ortszeit traf der Sturm in Cape Lookout, North Carolina auf Land. Seitdem walzt sich Irene dort mit Böen von bis zu 170 Studenkilometern langsam nordwärts. Der Wind peitscht riesige Wellen auf, Häuser und Hotels stehen unter Wasser, Kleinstädte wurden überflutet, Hunderttausende sind ohne Strom.

Nach Berechnungen des National Hurricane Center soll der Wirbelsturm, der so groß ist wie ganz Europa, am Abend an Washington vorbeiziehen. Sonntagnachmittag wird er New York und Long Island heimsuchen, dann Boston, bis er am Montag schließlich über dem Nordatlantik verschwindet. „Irene bleibt ein großer und gefährlicher Sturm“, sagte Heimatschutzministerin Janet Napolitano am Samstag. „Wir erwarten heftigen Regen, Überflutungen und schwere Stromausfälle”.

Zehn Bundesstaaten entlang der Küste, darunter New York und das District of Columbia, in dem Washington liegt, haben bis Samstagmittag den vorsorglichen oder tatsächlichen Notstand ausgerufen. In Virginia, Delaware und New Jersey gab es Zwangsevakuierungen, insgesamt wurden mehr als 2,3 Millionen Menschen aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen.

Allein in New York müssen 370.000 Einwohner niedrig liegende Stadtgebiete verlassen, darunter Lower Manhattan. „Es wäre gefährlich und dumm, den Anweisungen nicht zu folgen“, warnte Bürgermeister Michael Bloomberg. „Wenn Sie sich nicht daran halten, werden möglicherweise Menschen sterben“.

Seite 1:

Irene nimmt Kurs auf die Metropolen

Seite 2:

„Irene“ schwächt sich leicht ab

Kommentare zu " US-Ostküste: Irene nimmt Kurs auf die Metropolen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • hoffentlich saufen die algorithmen gefütterten Turbo-Computer allesamt ab. Für die deutsche Börse wärs ein Segen
    Noch was anderes: die Berichterstattung des Handelsblattes räumt breitesten Raum ein für ein Ereignis, das noch gar nicht stattgefunden hat, währen bei uns Demokratie ausgehölt wird, eine schleichende Übernahme durch Eurokraten stattindet und ein neues "Ermächtigungsgesetz" den Bundestag in wichtigsten Funktionen aushebelt. Das ist assymetrische Berichterstattung!

  • Wem schieben wir denn die Schuld nun in die Schuhe für den Hurricane? Das werden sich die US Machhaber fragen. Und dann dem superitelligenten Amerikaner vielleicht verbraten, daß das wieder Terroristen waren. Oder vielleicht doch die Iraner? Dann hätte man einen Kriegsgrund wieder ausgegraben! Aber: Leider fehlt derzeit das Geld für einen neuen Krieg. Also zuerst mal zum Beten antreten in den Kirchen!

  • die Politik liebt solche Katastrophen: sie lenken von den wirklichen Problemen ab. Die amerikanischen Medien und Politker nennt man es: changing the channel / den Kanal wechseln!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%