US-Staat Mississippi
Ku-Klux-Klan-Mitglied nach 41 Jahren schuldig gesprochen

41 Jahre nach dem Mord an drei Bürgerrechtlern im US-Bundesstaat Mississippi ist ein ehemaliges Mitglied des rassistischen Geheimbundes Ku-Klux-Klan des dreifachen Totschlags schuldig gesprochen worden.

HB PHILADELPHIA. Der 80-jährige Edgar Ray Killen war angeklagt, die Ermordung zweier Weißer und eines Schwarzen angestiftet zu haben. Ihm droht jetzt eine langjährige Haftstrafe.

Die Geschworenen in der Kleinstadt Philadelphia in Mississippi hätten Killen auch wegen Mordes schuldig sprechen können, entschieden sich aber für Totschlag. Er war mit 17 Komplizen im Zusammenhang mit den Morden bereits einmal wegen Bürgerrechtsvergehen angeklagt gewesen. Die Jury konnte sich aber damals über seine Schuld nicht einigen. Er blieb deshalb auf freiem Fuß. Sieben Männer wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt.

Die ermordeten 20 bis 24 Jahre alten Bürgerrechtler hatten in Philadelphia Wähler registrieren wollen. Die Bluttat war einer der Wendepunkte in der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung und wurde durch den Film „Mississippi Burning“ von 1988 weltweit bekannt.

Die Justiz war auf den Ex-Prediger Killen erneut aufmerksam geworden, weil er im vergangenen Jahr eine Ku-Klux-Klan-Veranstaltung organisieren wollte. Während des Prozesses hatte er Reporter bedroht und anfangs bestritten, Mitglied des Ku-Klux-Klan gewesen zu sein. Am vergangenen Donnerstag war der 80-Jährige zusammengebrochen. Die Urteilsverkündung verfolgte er äußerlich unbewegt im Rollstuhl.

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