USA
Erster Schweinegrippe-Toter außerhalb Mexikos

Erstmals ist außerhalb Mexikos ein Mensch an den Folgen der Schweinegrippe gestorben. Ein 23 Monate altes Kind starb am Mittwoch in Texas. In Deutschland gibt es inzwischen drei bestätigte Fälle der Virus-Erkrankung.

HB BERLIN. Insgesamt sind in den USA bisher 64 Menschen nachweislich an der Schweinegrippe erkrankt. In Deutschland gibt es bislang drei bestätigte Fälle: Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts in Berlin ist das Virus A/H1N1 bei einer 22 Jahre alten Frau nachgewiesen worden, die nach einer Mexikoreise mit Influenza-ähnlichen Symptomen in Hamburg ins Krankenhaus gekommen war. Die erste Labordiagnose sei im Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg erstellt worden.

Der zweite Fall ist nach Angaben des RKI ein Mann Ende 30, der in der Universitätsklinik Regensburg behandelt wird. Ein dritter Fall wurde demnach aus Kulmbach bestätigt. Dabei handele es sich um eine 37-jährige Frau, ebenfalls nach einer Mexikoreise. Auch hier sei die erste Diagnose an der Universität Regensburg gestellt worden. Daneben seien einzelne weitere Verdachtsfälle aus unterschiedlichen Bundesländern in Untersuchung, berichtete das Institut weiter.

In ganz Deutschland gibt es derzeit sieben Schweinegrippe-Verdachtsfälle. In allen Fällen hoffen die Behörden für den heutigen Mittwoch auf Klarheit. Bis zum Mittag soll feststehen, ob etwa eine im Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) behandelte Frau mit dem mutierten Virus aus Mexiko infiziert ist. Weitere Verdachtsfälle gibt es neben Bayern auch in Nordrhein-Westfalen.

Für die drei an Schweinegrippe erkrankten Patienten besteht keine Lebensgefahr. Das sagte RKI-Präsident Jörg Hacker am Mittwoch in Berlin. Den drei Betroffenen gehe es den Umständen entsprechend gut.

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt sagte, in Deutschland werde derzeit alles getan, damit es nicht zu einer Grippe-Pandemie komme. Aber „niemand von uns weiß, wie die Dynamik weiter geht“, sagte die Ministerin. Neben den drei Erkrankten gebe es noch vier Verdachtsfälle auf das neue Virus. Bei zwei davon gebe es noch keine abschließende Klarheit. Getroffen habe es bislang ausschließlich Menschen, die selbst in Mexiko gewesen seien.

Deutschland habe sich „sehr früh und sehr umsichtig vorbereitet“ gegen das neue Grippevirus, sagte Schmidt. Das Informations- und Kommunikationsnetz sei spätestens seit Ausbruch der Vogelgrippe aufgebaut. Wenn es überhaupt eine Chance gebe, das Ausbreiten der Krankheit zu stoppen, müssten die Infektionswege frühzeitig unterbrochen werden.

Der Virologe Stephan Günther vom Hamburger Tropeninstitut nannte den Verdacht in der Hansestadt "hochgradig". Den Klinikangaben zufolge war die Patientin aus Mexiko über Düsseldorf nach Hamburg zurückgekehrt. Sie sei nach ihrer Ankunft im Krankenhaus isoliert und eingehend untersucht worden. Die junge Frau sei sofort mit den entsprechenden Medikamenten behandelt worden. Es gehe ihr den Umständen entsprechend gut.

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