USA

Im Bann der Sonnenfinsternis

An vielen Orten in den USA blicken die Menschen in den Himmel, um die totale Sonnenfinsternis zu bewundern. Ein ähnliches Spektakel gab es vor fast einem Jahrhundert. Wissenschaftler erhoffen sich neue Erkenntnisse.
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Sonnenfinsternis über den USA

Sonnenfinsternis über den USA

SalemMillionen von Menschen haben sich am Montag vom Nordwesten der USA bis zur Ostküste von einer totalen Sonnenfinsternis in den Bann schlagen lassen. Es war das erste derartige Naturspektakel in den USA seit fast einem Jahrhundert. Es begann in Oregon an der Westküste und wanderte dann in Richtung South Carolina an der Ostküste.

Minutenlang wurde es ruhig, wenn sich der Mond vor die Sonne schob. Vögel verstummten und die mit Teleskopen, Kameras und Schutzbrillen gewappneten Menschen schauten in den Himmel.

Astronomen hatten umfangreiche Projekte vorbereitet, um das Naturschauspiel zu dokumentieren und neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen. Dabei konnten und sollten auch Laien helfen - etwa, indem sie wie Tiffany Lastinger und ihre Freundin Katherine Nugent im Zoo von Nashville das Verhalten von bestimmten Tieren beobachteten. Diese wollten sie dann in eine App eintragen.

Eine Frau in Kalifornien hat es sich gemütlich gemacht, um das Naturspektakel zu beobachten. Quelle: AFP
Sonnenfinsternis in den USA

Eine Frau in Kalifornien hat es sich gemütlich gemacht, um das Naturspektakel zu beobachten.

(Foto: AFP)

An zahlreichen Orten richteten sich Menschen mit Klappstühlen und Decken unter freiem Himmel ein. Jim Todd, ein Direktor des Oregon-Museums für Wissenschaft und Industrie in Salem, heizte der Menge in einem Amphitheater ein: „Die Welt schaut auf uns, Leute, denn wir bekommen die erste, beste Show, und das Wetter ist hervorragend.“ Auch Städte und Parks in der Region bereiteten sich auf einen großen Besucheransturm vor. Kurz vor 15 Uhr Ortszeit (21 MESZ) ging das Schauspiel in South Carolina zu Ende.

Alle drei Jahre reihen sich Erde, Mond und Sonne so auf, das aus Erdsicht eine Sonnenfinsternis entsteht. Doch ist diese häufig lediglich von wenig oder gar nicht bewohnten Orten im Pazifik oder an den Polen zu beobachten. Im aktuellen Fall leben aber auf dem Gebiet zwischen Oregon im US-Nordwesten bis South Carolina an der Ostküste oder in maximal einer Tagesreise Entfernung 200 Millionen Menschen.

Menschen, die auf Sofi starren
Totale Sonnenfinsternis begeistert Amerika
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Eine totale Sonnenfinsternis (Sofi) in Teilen der USA hat am Montag die Menschen begeistert. „Für ein paar Minuten war Amerika fähig, nach oben zu schauen - und zu vergessen“, schrieb die „Washington Post“. Vom US-Bundesstaat Oregon aus zog die Finsternis etwa 90 Minuten lang in einem etwa 100 Kilometer breiten Streifen über den Kontinent, um sich dann Richtung Atlantik zu verabschieden.

ISS vor der Sonne
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Jeweils etwa zwei Minuten lang knipste die Finsternis in der Kernzone sukzessive das Tageslicht aus und ließ die Temperaturen um bis zu fünf Grad Celsius sinken. Gleichzeitig ermöglichte sie faszinierende Bilder wie dieses, das die Silhouette der internationalen Raumstation ISS vor der Sonnenscheibe zeigt.

Sofi-Touristen
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Millionen Menschen wollten die von Küste zu Küste reichende totale Finsternis sehen - es war erste in den USA seit 99 Jahren. Teils reisten sie schon Tage zuvor in die Kernzone.

Nicht ohne Schutzbrille
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Schutzbrillen hatten Hochkonjunktur, denn ohne sie wäre ein Blick selbst auf die verdunkelte Sonne gefährlich.

Prominente Sofi-Beobachter
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Auch US-Präsident Donald Trump und seine Ehefrau Melania schützten ihre Augen mit Spezialbrillen.

US-Präsident
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Kurz schaute Trump aber auch ohne die empfohlene Schutzbrille in den Himmel, was in einigen Medien und in den sozialen Netzwerken für Spott sorgte. Trump kam aber nicht in den Genuss der totalen Finsternis. In der US-Hauptstadt Washington war die Sonne nur zu 81 Prozent vom Mond verdeckt.

Sofi-Beobachtung
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Einige Amerikaner hatten für ihre Beobachtungen spezielle Geräte aufgebaut.

Der Mondschatten tauchte zuerst in Lincoln City in Oregon auf (13.16 Uhr Ortszeit, 19.16 Uhr MESZ) und verschwand schließlich nahe Charleston in South Carolina (14.47 Uhr Ortszeit, 20.47 Uhr MESZ). Der Pfad des Schattens ging 4200 Kilometer über Land und war zwischen 96 und 113 Kilometer breit.

  • ap
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