USA
Nationalgarde soll New Orleans befrieden

Angesichts der ausufernden Gewalt in New Orleans soll die Nationalgarde in Amerikas Südstaatenmetropole zurückkehren. Vorläufiger Höhepunkt der Kriminalitätswelle in der von „Katrina“ schwer geschädigten Stadt waren sechs Morde am vergangenen Wochenende.

HB NEW ORLEANS. Noch am Dienstag sollten 100 Nationalgardisten und 60 Staatspolizisten in der vom Hurrikan „Katrina“ zerstörten Stadt eintreffen, wie eine Sprecherin der Gouverneurin von Louisisiana, Kathleen Blanco, erklärte. In New Orleans wächst deshalb die Angst, dass die Gewalt wieder wie in Zeiten vor dem urrikan „Katrina“ zunehmen könnte.

„Solche Dinge dürfen nicht passieren und ich werde alles tun, um sie zu stoppen“, sagte Blanco. Pläne für einen Einsatz der Nationalgarde seien schon in der vergangenen Woche diskutiert worden, die Ereignisse vom Wochenende hätten ihnen jedoch eine neue Dringlichkeit gegeben. Bürgermeister Ray Nagin sagte, die Nationalgardisten sollten in den Stadtteilen postiert werden, die schwer von den Überschwemmungen betroffen seien. Damit könne sich die Polizei auf andere Gebiete konzentrieren.

Polizeichef Warren Riley versicherte, die Nationalgarde werde nicht die gesamte Stadt übernehmen. Die Soldaten würden kaum zu sehen sein und nicht in der Innenstadt oder im Vergnügungsviertel French Quarter patrouillieren. Derzeit sind in New Orleans rund 1 375 Polizisten im Einsatz, vor dem Hurrikan waren es etwa 1 750. Von den einst 465 000 Bewohnern der Stadt sind inzwischen etwa die Hälfte zurückgekehrt.

Am Samstag waren fünf Jugendliche im Alter von 16 bis 19 Jahren bei einer Autofahrt erschossen worden, ferner wurde ein Mann bei einem Streit um Bier erstochen. Die Gouverneurin forderte den Bürgermeister auf, das bestehende Ausgehverbot für Jugendliche besser durchzusetzen. Riley sagte dagegen, das Verbot werde nicht durchgesetzt, weil es keinen Platz gebe, um die jungen Missetäter unterbringen.

In New Orleans wächst die Kriminalität. Gab es in den ersten drei Monaten des Jahres 17 Morde, so waren seit April schon 36. In den Wochen nach dem Hurrikan „Katrina“ waren bis zu 15 000 Nationalgardisten in New Orleans stationiert. Bis vergangenen Februar waren es noch 2 000.

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