Vater hielt Tochter im Keller gefangen
24-jähriges Martyrium der Elisabeth F. erschüttert Österreich

Ein furchtbarer Inzestverdacht erschüttert Österreich: Eine heute 42-jährige Frau ist offenbar 24 Jahre lang von ihrem Vater in einem Verlies gefangen gehalten und sexuell missbraucht worden.

HB WIEN. Die Polizei vermutet, dass der 73-jährige Josef F. zugleich der Vater seiner sechs Enkelkinder ist. Ein siebtes Kind soll wenige Tage nach der Geburt 1996 gestorben sein. Der Mann wurde festgenommen, machte aber zunächst keine Aussagen, wie die Polizei erklärte.

Rund um das graue, unscheinbare Haus in der niederösterreichischen Stadt Amstetten ist es am Sonntagnachmittag still. Einige Rollläden sind heruntergelassen. Vorhänge zugezogen. Kriminalisten in weißen Overalls durchsuchen das Grundstück. Josef F. soll seine Tochter Elisabeth hier im Keller 24 Jahre gefangen gehalten und immer wieder sexuell missbraucht haben. Die Nachbarn sind schockiert. Sie haben, so beteuert ein junger Mann im ORF-Fernsehen, auch jetzt erst von dem unvorstellbaren Verbrechen erfahren. „Des kann ja net wahr sein“, sagt er: „Das waren immer so nette Leut!“

Wieder ist ganz Österreich erschüttert über ein Verbrechen, das sich niemand überhaupt vorstellen mag. Schon die Flucht von Natascha Kampusch nach acht Jahren in der Gewalt ihres Entführers Wolfgang Priklopil im August 2006 hatte lähmendes Entsetzen ausgelöst. Doch jetzt ist eine 42-Jährige befreit worden, die dreimal so lange in der Hand ihres Peinigers war. 24 Jahre - und der mutmaßliche Täter war laut Polizei der eigene Vater.

Ins Rollen kam der jetzige Fall am Samstag vor einer Woche, als die 20-jährige Tochter der Frau bewusstlos im Haus ihres Großvaters in Niederösterreich aufgefunden wurde. Sie wurde ins Krankenhaus Amstetten gebracht, wo sie seitdem auf der Intensivstation liegt. Die Behörden leiteten eine Suche nach der Mutter der Kranken ein, die zunächst spurlos verschwunden schien. Inzwischen wurde die 42-Jährige gefunden, sie galt seit dem 29. August 1984 als vermisst.

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