Vatikan
Kardinal von Galen selig gesprochen

Der frühere Bischof von Münster, Kardinal Clemens August von Galen, ist selig gesprochen worden. Papst Benedikt XVI. lobte den auch als „Löwen von Münster“ bekannt gewordenen Nazi-Gegner als mutigen Helden.

HB ROM „Er verteidigte die Rechte Gottes, der Kirche und der Menschheit, die das nationalsozialistische Regime auf systematische und schwere Art im Namen einer heidnischen und irrigen Ideologie verletzte“, fügte der Papst hinzu.

Von Galen galt als erbitterter Gegner der Politik Adolf Hitlers und hat insbesondere das Euthanasie-Programm der Nazis, das fast 100 000 geistig oder körperlich Kranke das Leben kostete, heftig kritisiert. Von Galen starb 1946 im Alter von 68 Jahren, einen Monat nach seiner Ernennung zum Kardinal.

Die Seligsprechung wurde nicht von Papst Benedikt selbst vorgenommen. Er erschien erst gegen Ende der Zeremonie, die von einem Kardinal geleitet wurde, im Petersdom. Benedikts Vorgänger Papst Johannes Paul II. hatte Seligsprechungen während seines 26-jährigen Pontifikats stets große Bedeutung beigemessen und häufig große Zeremonien unter freiem Himmel abgehalten, um die Seliggesprochenen zu ehren.

Bereits Johannes Paul hatte sich sehr für das Leben von von Galen interessiert und auch einmal dessen Grab besucht. Auch wenn sich von Galen in seinen Äußerungen nicht explizit gegen die Judenverfolgung richtete, ging er insbesondere im Jahr 1941 in Predigten das Nazi-Regime offen an und riskierte damit sein Leben: „Wehe den Menschen, wehe unserem deutschen Volk, wenn das heilige Gebot „Du sollst nicht töten“ ... nicht nur übertreten wird, sondern wenn die Übertretung sogar geduldet und ungestraft ausgeübt wird“, hieß es in einer der bekannten Predigten des Geistlichen.

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