Vatikan vollzieht Seligsprechungen fast immer erst Jahrzehnte nach dem Tod
Wird Johannes Paul II. selig oder heilig gesprochen?

Kein anderes Kirchenoberhaupt hat so viele Selig- und Heiligsprechungen vollzogen wie Johannes Paul der II..

HB ROM/MÜNSTER. In seinen mehr als 26 Jahren Amtszeit sprach der am Samstag gestorbene Pole mehr als 1300 Christen selig und rund 480 heilig. Jetzt stellt sich die Frage, ob Karol Wojtyla eines Tages selbst zur Heiligkeit, der „Ehre der Altäre“, aufsteigen könnte.

Traditionell vollzieht der Vatikan Seligsprechungen erst Jahrzehnte nach dem Tod des betroffenen Menschen. Eine spektakuläre Ausnahme machte Johannes Paul II. bei Mutter Teresa. Bereits anderthalb Jahre nach ihrem Tod 1997 wurde das entsprechende Verfahren eingeleitet, im Jahr 2003 sprach der Pontifex den „Engel der Armen“ vor 300 000 Menschen in Rom selig.

Der Papst persönlich hatte in einem beispiellosen Akt eine Bestimmung des Kirchenrechts außer Kraft gesetzt, wonach der Prozess zur Seligsprechung frühestens fünf Jahre nach dem Tod beginnen kann. Im Vatikan wird erwartet, dass Mutter Teresa in absehbarer Zeit auch heilig gesprochen wird. Selige können von den Gläubigen in den Ortskirchen verehrt werden, Heilige in der ganzen Welt.

Das Verfahren zur Seligsprechung ist in der katholischen Kirche streng geregelt. Zunächst werden die Schriften und der Lebenswandel der „Diener Gottes“ geprüft. In der Regel ist der Märtyrertod für den christlichen Glauben oder das Vollbringen eines Wunders neben einem tadellosen Lebenswandel als Christ die Voraussetzung. Bei fast allen Wundern handelt es sich um Heilungen. Dabei geht es aber nicht um Wunder, die sich zu Lebzeiten des „Kandidaten“ ereignet haben. Vielmehr müssen die (künftigen) Seligen nach ihrem Tod etwa erfolgreich um Hilfe für Kranke angerufen werden.

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