Verbraucher greifen wieder zu Markenartikeln
"Renaissance der Marke"

Die Markenartikelindustrie hat ihren Umsatz 2003 bei 337 Milliarden Euro gehalten und will sich auch in diesem Jahr gegen die Billig-Konkurrenz behaupten. Man könne mit einem gewissen Optimismus von einer „Renaissance der Marke“ sprechen, sagte der Vorsitzende des Markenverbandes, Johann C. Lindenberg, am Dienstag in Hamburg.

HB HAMBURG. Er verwies auf jüngste Analysen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), wonach wieder mehr Verbraucher zu Markenprodukten griffen. „Dieser Trend ist nach unserer Einschätzung kein Ausreißer aus einer ansonsten negativen Entwicklung, sondern er ist nachhaltig“, sagte Lindenberg. Von Babywindeln über Hundefutter bis Tiefkühlkost wandert nach seinen Worten wieder Markenware in die Einkaufskörbe.

Das reiche aber noch nicht für deutliches Wachstum. Dafür sei man auch darauf angewiesen, dass die Einkommensentwicklung netto künftig positiv sei, erläuterte Lindenberg. Preiserhöhungen infolge gestiegener Rohstoffkosten würden vom Lebensmitteleinzelhandel akzeptiert, ansonsten seien sie wegen des intensiven Wettbewerbs in der Branche nur schwer durchzusetzen, ergänzte der Verbandschef, der den Mischkonzern Unilever (Rama, Rexona) leitet.

Fast die Hälfte der mehr als 380 Verbandsfirmen, die laut Lindenberg rund 50 000 Artikel vertreten, erwartet dieses Jahr steigende Umsätze im Inland. 29 Prozent gehen von stagnierenden, fast ein Viertel von rückläufigen Erlösen aus. Positiver gestimmt sind die Anbieter mit Exportgeschäft, von denen 60 Prozent Zuwächse erwarten. Die Exportquote der MarkenArtikelhersteller liegt bei 44 Prozent. Mehr als die Hälfte der Befragten wollen die Mitarbeiterzahlen auf Vorjahresniveau halten (43 Prozent) oder erhöhen (15). 42 Prozent befürchten einen Arbeitsplatzabbau, sollte sich der Konjunkturaufschwung weiter verzögern. 2003 wurden 1,6 Millionen Menschen beschäftigt.

Unter den einzelnen Branchen zeigte sich 2003 ein uneinheitliches Umsatzbild: Die Ernährungsindustrie spürte den Preisdruck durch billigere Handelsmarken und die Discounter und legte im Markenbereich „nur leicht um 2,0 Prozent“ zu. Die Konkurrenz käme ihrem Zenit angesichts rückläufiger Wachstumsraten aber näher, meinte Lindenberg. Auch die Markenprodukte für Körperpflege, Wasch- und Reinigungsmittel verzeichneten im Inland ein Plus von 1,0 Prozent, dagegen büßte die Bekleidungsindustrie 5,5 Prozent ein. Aufräumen möchte Lindenberg mit einer Mär: „Der Glaube, dass man Produkte bei Aldi nur in einer anderen Verpackung bekommt, ist unausrottbar.“

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