Vereitelter Anschlag
Bombe sollte gegen Geld an Bord

Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen sechs Verdächtige, die eine Bombe in ein Passagier-Flugzeug der israelischen Gesellschaft El Al schmuggeln wollten. Ein Mittelsmann sollte die explosive Fracht gegen Bezahlung an Bord der Maschine in Frankfurt am Main bringen.

HB FRANKFURT. Ein in Deutschland geplanter Terroranschlag auf ein Verkehrsflugzeug ist von Sicherheitsbehörden vereitelt worden. Dabei handelte es sich offenbar um eine Maschine der israelischen Fluggesellschaft El Al auf dem Frankfurter Flughafen, wie am Montag aus Sicherheitskreisen verlautete. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe wollten sechs namentlich bekannte Ausländer, möglicherweise Araber, über einen Mittelsmann Sprengstoff an Bord schmuggeln. Sie wurden am Freitag festgenommen; fünf von ihnen kamen am Samstag wieder frei. Ein Verdächtiger blieb wegen eines anderen Verfahrens in Haft.

Laut Bundesanwaltschaft waren mehrere Verdächtige im Sommer dieses Jahres an eine Person herangetreten, die Zugang zum Sicherheitsbereich eines Flughafens hatte. Diese Person erklärte sich bereit, gegen Entlohnung einen Koffer oder eine Tasche mit Sprengstoff in ein Verkehrsflugzeug zu schmuggeln. Die Ermittler fanden heraus, dass die Beschuldigten mehrfach mit bislang unbekannten Hintermännern Kontakt aufgenommen hatten. Eine endgültige Einigung über die Höhe der versprochenen Entlohnung sei nicht erzielt worden.

Die Tageszeitung Die Welt berichtete, Mittelsmann sei vermutlich ein Fraport-Mitarbeiter gewesen. Es werde nicht ausgeschlossen, dass der Anschlag während der Fußball-Weltmeisterschaft geplant gewesen sei. Nach Informationen des Tagesspiegels stammt die Mehrheit der Tatverdächtigen aus Jordanien. Es soll sich um Männer palästinensischer Herkunft handeln. Auch die anderen Tatverdächtigen stammten aus arabischen Ländern, berichtete die Berliner Zeitung. Bereits 2002 hatten in Deutschland lebende Mitglieder der Terrorgruppe des inzwischen getöteten Jordaniers Abu Mussab al Sarkawi Anschläge auf jüdische Einrichtungen in Düsseldorf und Essen geplant. Am Freitag wurden in Hessen und Rheinland-Pfalz neun Wohnungen durchsucht. Dazu teilte die Bundesanwaltschaft keine Details mit.

Nach Informationen der ARD-Tagesschau wurden dabei Computer und Festplatten sichergestellt. Die Ermittler seien der Gruppe auf die Spur gekommen, als Telefongespräche wegen Drogendelikten abgehört und dabei bestimmte Code-Wörter benutzt worden seien. Laut ARD wurden die Verdächtigen daraufhin rund um die Uhr überwacht. Generalbundesanwältin Monika Harms leitete gegen die sechs Personen sowie unbekannte Hintermänner ein Ermittlungsverfahren wegen Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung beziehungsweise deren Unterstützung ein.

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