Verfahren vertagt
Streit um Zeugen im Berlusconi Prozess

Ein Staatschef auf der Anklagebank, Hollywood-Stars auf der Zeugenliste und es geht nicht voran: Im Sex-Prozess gegen Silvio Berlusconi pocht die Anklage auf Streichung etlicher Zeugen. Das Verfahren wurde vertagt.
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RomIm Sex-Prozess gegen den italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi ist Streit um eine lange Zeugenliste der Verteidigung entbrannt. Die Anklage beantragte, Dutzende der insgesamt mehr als 70 Namen zu streichen. Auf der Zeugenliste finden sich auch Stars wie Hollywoodschauspieler George Clooney und der portugiesische Fußballer Cristiano Ronaldo.

Das Verfahren in Mailand wurde am Samstag nach knapp 30 Minuten auf den 23. November vertagt, wie italienische Medien berichteten. Der skandalumwitterte Regierungschef sitzt in dem auch international stark beachteten Sexprozess wegen Amtsmissbrauchs und verbotenem Sex mit einer Minderjährigen auf der Anklagebank.

Die Staatsanwälte legen ihm zur Last, die damals 17-jährige Marokkanerin Karima el-Marough alias „Ruby“ 2010 mit Geld, Schmuck und anderen Wertsachen zu wilden Bunga-Bunga.Nächten bewegt zu haben. Sein Amt habe er missbraucht, als er sie später persönlich mit einem Anruf bei der Polizei vor einer Festnahme wegen Diebstahls rettete.

Berlusconi selbst erschien am Samstag nicht im Gerichtssaal, sondern wurde von seinen Anwälten Niccolo Ghedini and Piero Longo vertreten. Diese argumentieren, viele der aufgeführten Zeugen könnten belegen, dass die von Berlusconi veranstalteten Partys „elegante Abende“ waren und nicht etwa Orgien, wie vielfach behauptet. Die Anklage wirft den Verteidigern Verzögerungstaktik vor, viele der Zeugen seien völlig irrelevant in dem Fall.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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