Verfahrensfehler
Italienische Justiz lässt verurteilte Mafiatäter frei

Sechs Menschen wurden im Sommer 2007 in Duisburg auf offener Straße erschossen. Die Täter aus Mafiakreisen wurden festgenommen. Jetzt hat die italienische Justiz sie wieder entlassen - wegen eines Verfahrensfehlers.
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München/DuisburgWegen eines Formfehlers hat die italienische Justiz laut einem Medienbericht mindestens drei der im Zusammenhang mit den Mafiamorden von Duisburg verurteilten Gewalttäter wieder auf freien Fuß gesetzt. Wie das ARD-Magazin „Report München“ am Dienstag (21.45 Uhr) vorab berichtete, hatte der zuständige Richter die schriftliche Begründung der Urteile nicht fristgerecht erstellt. Die Männer mussten deshalb aus der Haft entlassen werden. Eine Sprecherin des Bundeskriminalamtes (BKA) in Wiesbaden bestätigte den Sachverhalt, konnte zur Zahl der freigelassenen Personen aber keine Angaben machen. 

Nach Informationen von „Report München“ befindet sich zudem der Auftraggeber eines Mafiamordes in Italien auf der Flucht. Der zu 13 Jahren Gefängnis verurteilte Mann war wegen angeblicher Magersucht zunächst unter Hausarrest gestellt worden. Während eines Klinikaufenthaltes war er dann geflüchtet. Der Flüchtige soll den Mord an Maria S. in Auftrag gegeben haben - die Tat von Weihnachten 2006 war der Anlass für den Sechsfachmord in Duisburg. 

Am 15. August 2007 waren in der Nähe des Duisburger Hauptbahnhofs vor dem Restaurant „Da Bruno“ sechs Italiener im Alter zwischen 16 und 39 Jahren erschossen worden. Die Opfer wurden dabei regelrecht hingerichtet. 

Die Tat war der Höhepunkt einer blutigen Fehde zwischen zwei verfeindeten Familienclans der kalabrischen „Ndrangheta. Sie war die bislang gewalttätigste Mafiaauseinandersetzung auf deutschem Boden. Als Haupttäter wurde im Juli dieses Jahres Giovanni S. in Italien zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. 

Laut „Report“ schließt das BKA nicht aus, dass die nun freigelassenen oder geflüchteten Gewalttäter nach Deutschland zurückkehren, wo sie bereits mehrere Jahre gelebt hätten. Bei erneuten Auseinandersetzungen zwischen den Familienclans könne auch Deutschland wieder zum Schauplatz werden, hieß es.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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