Verhandlung fortgesetzt
Witwer sagt im Holzklotz-Prozess aus

Vor dem Landgericht Oldenburg ist der Prozess um die tödliche Holzklotzattacke fortgesetzt worden. Als Zeuge schilderte der Mann der getöteten Frau die tragischen Ereignisse am Tattag.

HB OLDENBURG. Im Mordprozess um den tödlichen Holzklotzwurf von einer Autobahnbrücke bei Oldenburg hat am Dienstag der Ehemann des Opfers als unmittelbarer Zeuge des Anschlags ausgesagt. Er saß am Steuer des BMW, den der Täter am 23. März mit dem 5,9 Kilogramm schweren Klotz traf. Der 37-jährige Wladimir K. sagte vor dem Oldenburger Landgericht, die Familie sei auf dem Rückweg von einem Osterbesuch bei Freunden in Wilhelmshaven nach Telgte (Westfalen) gewesen. „Dann dieser schreckliche Knall.“

Es war gegen 20 Uhr. Auf der Brücke habe er wegen der Dunkelheit niemanden gesehen, sagte der Elektriker Wladimir K. Der Angeklagte Nikolai H. soll den Klotz gezielt auf sein Auto fallenlassen haben. Dieser durchschlug die Frontscheibe und traf die 33-jährige Olga K. auf dem Beifahrersitz. Der Ehemann sagte vor Gericht, er sei mit Tempo 130 bis 140 gefahren. Zunächst habe er nicht verstanden, was geschehen sei. „Die Kinder, die schrien, ich habe das noch nie so gehört, es war schrecklich!“

Er habe mit Mühe den 3er-BMW auf dem Standstreifen gestoppt und die Warnblinkanlage angestellt. Dann habe er zwei Mal seine Frau angesprochen, aber keine Antwort bekommen. In der Beleuchtung des Innenlichts habe er dann gesehen, wie ihr Kopf herunter hing und am Hals eine schwere Verletzung war. Der Holzklotz habe mit Glassplittern auf ihrem Schoß gelegen, sagte der 37-Jährige. Er habe ihr den Puls gefühlt, aber kein Lebenszeichen gespürt. Er habe die Notrufnummer 110 gewählt, die Kinder zu beruhigen versucht und eine Mund-zu-Mund-Beatmung begonnen. Dann habe er eine Herzmassage versucht. Dabei habe er Blut unter dem Pullover und die Rippenbrüche gespürt.

Wladimir K. versuchte außerdem, ein Auto anzuhalten, um Hilfe zu bekommen. Kurz darauf traf ein Krankenwagen ein. Zusammen mit einem Sanitäter trug er seine Frau aus dem Auto. Für sie kam jedoch jede Hilfe zu spät.

Der Witwer sagte: „Meine Kinder haben es schwer, sie sprechen noch jeden Tag davon, besonders meine Tochter.“ Der neun Jahre alte Sohn und die sieben Jahre alte Tochter hatten auf der Rückbank gesessen. Sie besuchten einen Psychologen, sagte Wladimir K., der als Nebenkläger an dem Prozess teilnimmt. Er selbst versuche, allein klarzukommen. „Ich gehe zur Arbeit, die hilft mir, aber es ist schwer.“

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