Verkehrschaos
Starke Schneefälle überwältigen den Süden

Starker Schneefall hat in Teilen der Schweiz, in Norditalien und Südfrankreich zu erheblichen Verkehrsbehinderungen geführt. Im Tessin lagen am Samstag bis zu 80 Zentimeter Schnee, so viel wie seit mehr als 20 Jahren nicht mehr, wie ein Meteorologe von MeteoSchweiz erklärte.

HB BELLINZONA/TOULOUSE. Die Schweizer Bahnen rieten von Reisen über die Gotthard- und die Simplonroute Richtung Süden ab. Auf den Straßen waren neben viel Geduld auch Schneeketten gefragt.

In Südfrankreich mussten auch Flüge gestrichen werden. Auf dem Flughafen Blagnac von Toulouse konnten wegen des Schnees ab 10.00 Uhr keine Flugzeuge mehr starten oder landen. Gestrandete Passagiere schliefen auf den Sitzbänken. In Toulouse fuhren keine Busse mehr, zwei Autobahnen in östlicher und westlicher Richtung wurden für Lastwagen gesperrt.

In Norditalien brachten die heftigen Schneefälle den Auto-, Bahn- und Flugverkehr schon am Freitag praktisch zum Erliegen. Der Mailänder Flughafen Linate wurde am Nachmittag ganz geschlossen. In Bergamo, Parma und Genua wurde der Flugverkehr zumindest vorübergehend eingestellt. Am Flughafen Malpensa nördlich von Mailand mussten zahlreiche Flüge gestrichen werden. Auch viele Schulen wurden geschlossen. Stellenweise fielen bis zu 70 Zentimeter Schnee.

Erfreut waren darüber die Organisatoren der Olympischen Winterspiele in Turin, die am 10. Februar beginnen. In den Wettkampfgebieten hatte es seit Jahresbeginn nicht mehr geschneit, so dass schon Sorgen über etwaige Beeinträchtigungen der Winterspiele geäußert wurden. Die seit Mittwochabend andauernden Schneefälle hielten südlich der Alpen auch in der Nacht auf Samstag an.

In Grono im Schweizer Kanton Tessin war die Schneedecke am Samstagmorgen 78 Zentimeter dick, davon waren laut MeteoSchweiz 52 Zentimeter binnen 24 Stunden gefallen. In Lugano lagen 67 Zentimeter, in Magadino 60 Zentimeter und in Locarno 58 Zentimeter. Für das Tessin sind solche Schneehöhen sehr außergewöhnlich, laut MeteoSchweiz wurden zuletzt 1985 ähnliche Werte gemessen. Der Bahnverkehr ins Tessin und nach Italien blieb durch die Schneemengen massiv behindert.

Auch der Straßenverkehr war durch die Schneemengen weiterhin stark beeinträchtigt. Die Kantonsstraße über den Ceneri-Pass sowie mehrere weitere Straßen blieben wegen Schnee oder Lawinengefahr geschlossen. In Bellinzona, Lugano und Locarno waren Ketten Pflicht. Der Schwerverkehr war bereits am frühen Freitagmorgen auf den Nord-Süd-Transitachsen Gotthard und San Bernardino gestoppt worden.

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