Verlängerung möglich: Das bringt Tag drei im Hoeneß-Prozess

Verlängerung möglich
Das bringt Tag drei im Hoeneß-Prozess

Es ist der dritte Prozesstag. Heute sollen zwei Zeugen über Hoeneß' Finanzen befragt werden. Danach will das Gericht entscheiden, ob ein Urteil am Donnerstag gefällt wird oder ob weitere Verhandlungstage nötig sind.
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MünchenNach den spektakulären Enthüllungen über weitere Millionen an Steuerschulden hat der Prozess gegen Uli Hoeneß am dritten Verhandlungstag wieder mehr Schaulustige angelockt. Die Zuschauer-Schlange vor dem Justizpalast war am Mittwochmorgen deutlich länger als noch am Vortag, als eine Steuerfahnderin vor Gericht aussagte, der Präsident des FC Bayern habe mindestens 27,2 Millionen Euro an Steuern hinterzogen - 23,7 Millionen mehr als die Staatsanwaltschaft ihm in ihrer Anklage überhaupt vorwirft.

Der dritte Tag hat mit Verspätung begonnen. Der Präsident des FC Bayern erschien wieder mit seiner Frau Susanne im Saal 134 des Justizpalastes und war dabei gut zehn Minuten zu spät. Wie am Montag trug der 62-Jährige auch am Mittwoch einen schwarzen Anzug und eine rote Krawatte. Er rang sich am Morgen nach seinem Stadionbesuch beim Achtelfinal-Rückspiel der Münchner gegen den FC Arsenal ein Lächeln ab.

Im Mittelpunkt des dritten Verhandlungstages ab 9.30 Uhr im Münchener Justizpalast vor dem Landgericht München II steht dabei die Frage, ob das Urteil wie geplant schon am Donnerstag gesprochen werden kann oder ob der Prozess angesichts der Container an auszuwertenden Daten, die die Rosenheimer Steuerfahnderin am Dienstag mit ins Gericht brachte, verlängert werden muss.

Zuvor hatte eine Sprecherin des Gerichts, Andrea Titz, eine Urteilsverkündung wie geplant am Donnerstag als „nicht mehr sehr wahrscheinlich“ bezeichnet. Die Auswertung der neuen Daten, die Finanzbehörden, Staatsanwaltschaft und Richter vorliegen, könnten Monate dauern.

Fraglich ist dabei aber, ob die Auswertung dieses Datenwustes für einen Urteilsspruch auf Basis der ursprünglichen Anklage überhaupt nötig ist. Denn darin geht es um die von Staatsanwaltschaft genannte, mutmaßlich hinterzogene Summe von 3,5 Millionen Euro.

Die neuen Daten beziehen sich dagegen auf die ebenfalls neuen Summen. Zudem ist der Sachverhalt selbst unbestritten. So könnten nach den zwei Zeugen am Mittwoch, am Donnerstag wie geplant die Plädoyers von Anklage und Verteidigung gehalten und am Nachmittag das Urteil gesprochen werden.

Wenn die Zeugenanhörung abgeschlossen werden könne, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft, „dann ist am Donnerstag mit einem Abschluss des Verfahrens zu rechnen“.

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  • @

    Zitat : Alle was in deutschland verdient wurde ist besteuert gewesen. Punkt.

    - die FAKELAKIS von Adidas ( Schmiergeld auf Deutsch ) konnte der Hengst in Deutschland doch gar nicht versteuern.

    Wie hätte er diese Einnahmen von 20 Mio. DM denn deklarieren sollen ?

  • Das Problem ist:

    Mit einem Ausrüstervertrag bei Nike und nicht bei Dreifuss wäre der Gewinn höher gewesen...

  • Also, ich kann diese ewigen Relativierer der "Verfehlungen" des Steuer"sünders" Uli Hoeneß nicht mehr hören. Habt ihr eigentlich alle selbst ein paar Leichen im Keller?
    Der Mann hat mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine Straftat begangen. Um das festzustellen, steht er jetzt vor Gericht und wird, hoffentlich, nach unseren gültigen Gesetzen behandelt.
    Aber da gibt es genug Leute, die sagen, "Nicht so schlimm" oder "menschlich verständlich" oder sondern irgendeinen anderen Unsinn ab.
    Für all diese "gutmütigen" Menschen:
    Steuerhinterziehung ist eine Straftat. Sie ist faktisch ein Diebstahl an der Gemeinschaft und entsprechend hart zu bestrafen. Um so mehr, als der Mensch natürlich veranlagt ein Opportunist ist der hauptsächlich auf den eigenen Vorteil bedacht ist. Daher ist ein ausreichend abschreckendes Beispiel zu geben.
    Die Gemeinschaft der Bundesbürger sind der Staat. Der Staat ist nicht irgendein abstruses Fantasiegebilde. WIR sind der Staat, jeder einzelne von uns ist ein Teil davon. Und wenn einer mit uns zusammen leben will, muss er sich an die gültigen Spielregeln halten. Die nennen sich übrigens Gesetze.
    Sollte sich herausstellen, dass Uli Hoeneß tatsächlich in der angenommenen Höhe Steuern hinterzogen hat, mögen alle, die das verniedlichen wollen, mal folgende Rechnung versuchen nachzuvollziehen:
    Von den 27,2 Mio. € hätten etwa 1.500 Kindergärtnerinnen ein komplettes Jahr beschäftigt werden können.
    An Steuern und Sozialabgaben wären rund 11 Mio. direkt an den Staat zurück geflossen. Der Rest würde vermutlich in den Konsum fließen, was wiederum Steuern generiert.
    Diese 1.500 Kindergärtnerinnen hätten es unter Umständen den erziehenden Elternteilen der betreuten Kinder ermöglicht, ihrem Beruf nachzugehen, zumindest in Teilzeit. Mal angenommen, die Hälfte macht das, dann stehen etwa 7.500 Familien finanziell besser da, weil sie etwa 187,5 Mio. € Einkommen generieren können...
    Es gibt nichts zu verniedlichen!

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