Aus aller Welt

_

Verlassenes Kreuzfahrtschiff: Russisches Geisterschiff treibt im Atlantik

Kein Staat fühlt sich für den Schrottkahn "Lyobow Orlowa" zuständig, der führungslos auf dem Nordatlantik treibt. Nun nähert sich das Schiff sich Europa. Aktivisten schlagen wegen Umwelt- und Unfallgefahren Alarm.

Die undatierte Aufnahme zeigt das ehemalige Kreuzfahrtschiff Lyubov Orlova. Quelle: dpa
Die undatierte Aufnahme zeigt das ehemalige Kreuzfahrtschiff Lyubov Orlova. Quelle: dpa

BrestNur mit Ratten als Passagieren an Bord treibt die "Lyubow Orlowa", ein schrottreifes russisches Kreuzfahrtschiff, seit fast einem Monat im Nordatlantik. Kein Staat fühlt sich für den Kahn verantwortlich - ohne Kapitän, Mannschaft und Warnlichter nähert er sich derzeit Europa. Nun schlägt die französische Umweltschutzorganisation Robin des Bois Alarm: Das Schiff sei eine "akute Gefahr". Im Falle einer Kollision oder eines Zerbrechens des Wracks würden große Mengen an Treibstoff, giftigen Chemikalien, Asbest und andere giftige Stoffe ins Meer gelangen.

Anzeige

Eigentlich sollte die 1976 erbaute "Lyubow Orlowa" in der Dominikanischen Republik von ihrem gegenwärtigen Eigentümer, einem Schrotthändler, in ihre Einzelteile zerlegt werden. Dahin sollte sie von einem Schlepper gebracht werden. Doch schon einen Tag nach der Abfahrt von der kanadischen Insel Neufundland am 23. Januar riss das Abschleppkabel. Der Schlepper, der offenbar auch nicht gerade im besten Zustand war, wurde daraufhin von den kanadischen Behörden für eine Inspektion zuückbeordert.

Containerschiffe Giganten der Meere

  • Containerschiffe: Giganten der Meere
  • Containerschiffe: Giganten der Meere
  • Containerschiffe: Giganten der Meere
  • Containerschiffe: Giganten der Meere

Das Schrottschiff wurde einfach seinem Schicksal überlassen. Lange wussten die Behörden nicht einmal, wo sich das Geisterschiff befindet, weil es an Bord auch kein Ortungsgerät gibt. Nach US-Angaben soll es sich derzeit rund 2400 Kilometer westlich von Irland befinden. Klar ist jedenfalls, dass das rund hundert Meter lange Schiff in internationalen Gewässern treibt - und dass sich somit kein Staat dafür verantwortlich fühlt.

Das Schiff habe auch keine Warnlichter, sagt Jacky Bonnemain, Sprecher von Robin des Bois. Es treibe in internationalen Gewässern, in einem gesetzlosen Raum. Für Schiffe mit Passagieren gebe es ein internationales Abkommen zur Rettung von Menschenleben auf offener See, erläutert er. Doch keine Übereinkunft schreibe vor, wer für ein leeres Schiff zuständig sei. Dies sei umso alarmierender, als das Geisterschiff bald in einen Raum mit hohem Verkehrsaufkommen getrieben werden könnte, warnt der Umweltschützer. Er fordert eine internationale Aktion zur Bergung der "Lyubow Orlowa".

Reedereien in Deutschland

  • Platz 10

    Bernhard Schulte Group - 4,1 Millionen dwt (Deadweight Tonnage = Tragfähigkeit eines Schiffs in Tonnen): Die Schulte Group umfasst die Reederei Bernhard Schulte als Eigner- und Reeder der eigenen Schiffe, die Bernhard Schulte Shipmanagement als Schiffsmanagementunternehmen, die OPDR als eigenständige Linienreederei und die BS Treuhand als Treuhandunternehmen.

  • Platz 9

    Rickmers Reederei - 4,3 Millionen dwt: Keimzelle der Rickmers Reederei war die 1834 von Rickmer Clasen Rickmers in Bremerhaven gegründete Rickmers Werft. Später wurde das Unternehmen um eine Reederei sowie verschiedene Reismühlen erweitert. Die beiden Brüder Bertram R. C. Rickmers und Erck Rickmers, Nachkommen des Firmengründers in fünfter Generation, betreiben heute zwei rechtlich vollständig voneinander unabhängige Unternehmensgruppen.

  • Platz 8

    Hapag Lloyd - 4,4 Millionen dwt: Die Hapag-Lloyd AG ist ein Transport- und Logistikunternehmen mit Firmensitz in Hamburg. Am 28. März 2012 bewilligte die Hamburgische Bürgerschaft mit den Stimmen der SPD und Die Linken 420 Millionen Euro für einen weiteren Anteilskauf an der Reederei. Damit wird die Stadt Hamburg mit 39,6 Prozent der größte Einzelaktionär der Hapag-Lloyd AG.

  • Platz 7

    Hartmann Group - 4,6 Millionen dwt: Die Hartmann AG ist ein Familienunternehmen mit Sitz in Leer.

  • Platz 6

    Neu Seeschifffahrt - 5,4 Millionen dwt: Das Unternehmen hat seinen Sitz am Alsterufer in Hamburg.

  • Platz 5

    Peter Döhle Schiffahrts KG - 6,0 Millionen dwt: Die Flotte des Hamburger Unternehmens umfasst 450 Containerschiffe.

  • Platz 4

    Conti Holding - 6,2 Millionen dwt: 73 Containerschiffe, 22 Bulker, acht Produktentanker, zwei Gastanker, ein Hochsee- und zwei Flusskreuzfahrtschiffe machen Conti zu einer der größten und modernsten Reedereien weltweit.

  • Platz 3

    E.R. Schifffahrt - 6,3 Millionen dwt: E.R. Schiffahrt ist maritimer Dienstleister für die Container-, Massengut- und Multipurpose-Schifffahrt. Derzeit disponiert die Reederei 137 Schiffe in Fahrt. Die E.R. Offshore managt 13 Spezialschiffe für die Öl- und Gasförderung auf See.

  • Platz 2

    Dr. Peters - 7,1 Millionen dwt: Bisher investierte die Dr. Peters Gruppe ca. 6,56 Milliarden Euro in Flugzeuge, Schiffe, Immobilien und den Zweitmarkt von US-Lebensversicherungen. Das von mehr als 85.000 Beteiligungen eingezahlte Eigenkapital beträgt rund 3,18 Milliarden Euro.

  • Platz 1

    C.P. Offen - 8,4 Millionen dwt: Die Reederei Claus-Peter Offen (gegründet 1971) gehört zu den weltweit größten Anbietern moderner Containerschiff-Tonnage und hat ihren Sitz in Hamburg.

Das Schiff müsse von jenen geborgen werden, die für sein Umhertreiben verantwortlich seien, meint Michel Quimbert, ein auf Seerecht spezialisierter Anwalt. Allerdings könne niemand die Gesellschaft, der der Schlepper gehört, zu einer Intervention zwingen. Ein Eingreifen sei allerdings in ihrem Interesse, weil sie im Falle eines Unfalls strafrechtlich verfolgt würde.

  • 24.02.2013, 20:48 UhrPeter_K

    Seemannsgarn
    - vielleicht ist doch eher der Vertrauensfaden der Appschleppfirma in die Zahlungsbereitschaft des Schrotthändlers gerissen als das Schlepptau?
    Hochseeschlepper verfügen - nach meiner Vermutung - im allgemeinen durchaus über schlepptaue die "nicht so schnell" reissen. Man denke nur an gewöhnliche Baukräne, die zu tausenden in unseren Städten herumstehen, und im allgemeinen sind da die Stahltrossen auch so beschaffen, daß die nicht wegen ein paar tonnen zusätzlicher Last wegen z.B. Wind einfach mal so abreissen.
    - Die Kanadier haben ja auch keinerlei Zweifel gelassen, daß sie das Schiff einfach nur loswerden wollten.
    - und was für eine alberne Behauptung, das Schiff treíbe nunmehr auf die Küste von Irland zu, weil nur noch 2400 km entfernt. Der Atlantik ist an seiner schmalsten Stelle zwischen grönland und Norwegen überhaupt nur 1500 km breit.
    - Hier wird wohl eher das altbekannte Bürokratenmikado gespielt: Wer sich als erster bewegt hat verloren!

  • 24.02.2013, 15:04 UhrNumismatiker

    Vielleicht setzt man temporär ein paar "Passagiere" mit einem Notruf-Sender ab; dann muß das Schiff geborgen werden.

    Oder man pumpt es leer und versenkt es dann einfach.

  • 24.02.2013, 14:53 UhrTorsten_Steinberg

    Unglaublich, dass da wochenlang über Zuständig- und Verantwortlichkeiten diskutiert, besser wohl gelabert wird, ohne dass irgendjemand mal auf den Gedanken kommt, wenigstens einen Sender und Warnlichter an Bord zu plazieren. Eine Maßnahme, die fast nichts kostet und die Gefahren für die Schifffahrt, für Mannschaften und Passagiere anderer Schiffe gewaltig reduzieren würde. Wenn etwas passiert, sollte auf jeden Fall nicht nur das Verschulden schrottiger Schlepper und verantwortungsloser Reedereien verhandelt werden, sondern auch die Fahrlässigkeit derer, die sich zu gut waren, einfachste Maßnahmen zu ergreifen. Ein GPS-Sender ist heute doch schon für das Zeilenhornorar eines Journalisten zu bekommen, und wieviele Zeilen sind über dieses Geisterschiff schon geschrieben worden!

  • Die aktuellen Top-Themen
Oktoberfest eröffnet: „Ozapft is!“

„Ozapft is!“

Vier Schläge brauchte Münchens neuer Oberbürgermeister Dieter Reiter beim traditionellen Fassanstich – Auftakt mit Maß für die diesjährigen „Wiesn“. Die Politprominenz gibt sich die Ehre, nicht nur die Zelte sind voll.

Oktoberfest-Auftakt: Neues Zelt, alte Probleme

Neues Zelt, alte Probleme

Am Samstag schauen alle nach München. Das Oktoberfest eröffnet – ohne das legendäre Festzelt „Hippodrom“. Die illustre Gästeschar muss sich an eine neue Location gewöhnen. Die Probleme drum herum bleiben die Gleichen.

Hafterleichterung: Uli Hoeneß bekommt erstmals Freigang

Uli Hoeneß bekommt erstmals Freigang

Die Haftbedingungen für den ehemaligen FCB-Präsidenten Uli Hoeneß werden angenehmer: Am Samstag wurde ihm erstmals ein Freigang gestattet. Hoeneß traf seine Familie, zum Heimatbesuch reichte die Zeit aber nicht.

  • Business Wetter
Eine junge Dame wirbt für Parship

Wer passt zu mir?

Finden Sie jetzt den passenden Partner. Partnersuche nur mit PARSHIP!