Vermisstenzahl auf 449 gesunken
Tsunami-Untersuchungsbericht nicht öffentlich

Weil der Untersuchungsbericht der thailändischen Regierung zur Tsunami-Katastrophe vom 26. Dezember als Beweismittel in Rechtsstreiten um Schadenersatz und Schmerzensgeld dienen könnte, bleibt er möglicherweise unter Verschluss

HB BAGKOK/BERLIN/PARIS. „Die Nachforschung beschäftigt sich damit, was geschah und ob die zuständigen Beamten ihre Pflicht getan haben. Aber wie mit dem Bericht verfahren wird, ist Sache der Regierung“, sagte Sihasak Phuangketkeow, Sprecher des thailändischen Außenministeriums am Mittwoch. Angesichts der Klagen von Tsunami-Überlebenden werde der Bericht der Untersuchungskommission über mögliche Versäumnisse bei der Warnung vor der Flutwelle vielleicht gar nicht veröffentlicht.

Rund 60 Tsunami-Überlebende aus Österreich, Deutschland, Frankreich und den Niederlanden wollen in New York gegen die Behörden in den USA und Thailands sowie gegen die französische Hotelkette Sofitel klagen. Der US-Opferanwalt Ed Fagan und seine österreichischen Kollegen Herwig Hasslacher und Gerhard Podovsovnik stellten vor wenigen Tagen einen Antrag auf Beweissicherung, um Versäumnisse des US-Tsunami Warning Center, der thailändischen Meteorologischen Anstalt, der Hotelkette Sofitel und des thailändischen Staates zu belegen.

„Ich werde und kann es nicht offen legen - vielleicht wird der Bericht nie veröffentlicht“, sagte Smith Thammasaroj, der Chef der Tsunami-Untersuchungskommission, der Zeitung „The Nation“. Als Grund dafür gab er an: „Weil es um einen Rechtsstreit geht und viel Schaden verursacht werden könnte.“

Rund zwei Monate nach der Tsunami-Katastrophe in Asien sind 198 tote Deutsche eindeutig identifiziert. Außenamtssprecher Walter Lindner sagte am Mittwoch in Berlin, die Zahl der Vermissten sei auf 449 gesunken. Auf der thailändischen Insel Phuket sind anhand von Gentests die Leichen von 750 westlichen Touristen identifiziert worden. Von den 5 355 Opfern auf der Insel seien 3 000 dem Anschein nach westlicher Herkunft, sagte der französische Militärarzt Yves Schuliar in Paris.

Der Tsunami hatte am 26. Dezember 2004 weite Abschnitte der Küsten Asiens verwüstet und rund 300 000 Menschen in den Tod gerissen.

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