Vermisster Flug MH 370
Keine Hoffnung mehr auf Blackbox-Signale

Funksignale hatten Hoffnung geweckt, die im Indischen Ozean vermisste Boeing könnte bald gefunden werden. Doch neue Signale bleiben aus. Die Suchtrupps verzichten jetzt auf einen Blackbox-Detektor – ein U-Boot soll ran.
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PerthErstmals kommt bei der Suche nach dem vermissten malaysischen Passagierflugzeug ein U-Boot zum Einsatz. Das teilte der Einsatzleiter der internationalen Suchaktion, Angus Houston, am Montag in Perth mit. Das unbemannte Fahrzeug mit akustischen Detektoren soll nach der Quelle der Signale suchen, die möglicherweise von der Blackbox des Flugzeugs stammen.

Das australische Marineschiff „Ocean Shield“ wird indes die Suche mit dem Blackbox-Detektor im Laufe des Tages einstellen. Ein Ausbleiben frischer Signale deutet an, dass die Batterien des Flugschreibers zuneige gegangen sein dürften und das Gerät daher nicht mehr funkt.

Stattdessen soll das Mini-U-Boot „Bluefin 21“ so schnell wie möglich eingesetzt werden, sagte Houston. Es kann mit einem Sonar mögliche Trümmer der Maschine am Meeresgrund lokalisieren. Allerdings kann das Gerät nur relativ langsam im Vergleich zum großen Suchgebiet arbeiten. In jedem Fall werde die Suche „ein langer und quälender Prozess“ sein, warnte Houston. Bis die ganze Zone abgeklärt ist, werde es bis zu zwei Monate dauern.

In dem Gebiet, das rund 2300 Kilometer nordwestlich der australischen Stadt Perth liegt und etwa so groß wie Niedersachsen ist, entdeckte die „Ocean Shield“ am Sonntagabend zudem eine Ölspur, wie Houston hinzufügte. Sie müsse aber noch untersucht werden.

Seit dem mysteriösen Verschwinden der Maschine der Malaysia Airlines mit 239 Menschen an Bord am 8. März wird nach Überresten der Maschine gesucht. Immer noch ist völlig unklar, warum sie auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking plötzlich von den Radarschirmen verschwand und später vermtutlich tausende Kilometer weiter südlich im Indischen Ozean abstürzte.

Ohne die sogenannte Blackbox, die den Flugdatenschreiber und den Stimmrekorder des Flugzeugs enthält, wird sich die Ursache wohl nie klären lassen. Der Blackbox-Detektor der „Ocean Shield“ hatte zuletzt am Dienstag Signale empfangen, die von der Blackbox stammen könnten. Seitdem aber herrscht Funkstille.

Ungeachtet dessen geht die Suche an der Wasseroberfläche weiter. Am Montag sollten 12 Flugzeuge und 15 Schiffe ein Gebiet von mehr als 47.600 Quadratkilometern nach Hinweisen auf die vermisste Boeing 777 durchkämmen.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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