Vermisstes Flugzeug
Suchteams entdecken Wrack in Indonesien

Ein Flugzeug verschwindet im indonesischen Dschungel. Einwohner beobachten laut eigenen Angaben den Absturz. Die Suchmannschaften entdecken nur einen Tag darauf das Wrack. Ob es Überlebende gibt, ist bisher unklar.
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JayapuraDie Einsatzkräfte in der indonesischen Provinz Papua haben eine vermisste Passagiermaschine einen Tag nach ihrem Verschwinden wiedergefunden. Ein Suchflugzeug habe das Wrack des Flugzeugs rund 12 Kilometer vom eigentlichen Ziel des Fluges in der Stadt Oksibil entfernt entdeckt, teilten Vertreter der Rettungsmannschaften am Montag mit.

An Bord des Flugzeugs hatten sich fünf Besatzungsmitglieder und 49 Passagiere, darunter fünf Kinder, befunden. Ob es Überlebende des Absturzes gegeben habe, wurde zunächst nicht bekanntgegeben. Der Chef der nationalen Such- und Rettungsbehörde Henry Bambang Soelistyo sagte, die Einsatzkräfte versuchten, die Absturzstelle aus der Luft und zu Fuß zu erreichen.

„Rauch waberte weiterhin aus dem Wrack, als es bei einer Flugzeugsuche entdeckt wurde“, sagte Soelistyo. Neben der Tatsache, dass große Teile Papuas von undurchdringlichem Dschungel bedeckt sind, erschwerten heftiger Regen, starke Winde, Nebel und das zerklüftete Terrain in der Bergregion rund um die Absturzstelle die Such- und Rettungsarbeiten.

Der Kontakt zu der zweimotorigen Turboprop-Maschine der indonesischen Fluggesellschaft Trigana Air Service war am Sonntag bei schlechtem Wetter abgebrochen. Das Flugzeug hatte sich auf dem Weg von Papuas Provinzhauptstadt Jayapura in das 280 Kilometer entfernte Oksibil befunden. Bewohner des 25 Kilometer vom Landeort entfernten Dorfes Okbape sagten, sie hätten ein Flugzeug gegen einen Berg fliegen sehen. Alle Fluggäste waren örtlichen Medien zufolge Indonesier.

Ein Sprecher des Verkehrsministeriums in Jakarta, Julius Barata, sagte, der Kontakt zum Flugzeug sei 33 Minuten nach dem Start abgebrochen - in der Regel dauert der Flug zwischen Jayapura und Oksibil knapp 42 Minuten. Es gebe keine Hinweise darauf, dass der Pilot einen Notruf abgesetzt habe.

Einige in Papua abgestürzte Flugzeuge wurden aufgrund des dichten Dschungels nie gefunden. Anwohner hatten der örtlichen Polizei am Sonntag jedoch davon berichtet, sie hätten den Absturz eines Flugzeugs beobachtet. Am Montagmorgen wurde dann eine intensive Suche gestartet. Präsident Joko „Jokowi“ Widodo teilte vor einer Zeremonie anlässlich des 70. Unabhängigkeitstages Indonesiens mit, er bitte „um einen Moment der Ruhe und des Gebetes für die Crew und Passagiere“.

Der europäische Hersteller des Flugzeugs, ATR, erklärte am späten Sonntagabend, er stehe bereit, um die Luftfahrtbehörden zu unterstützen. ATR hat seinen Sitz im französischen Toulouse und ist ein führender Hersteller von Regionalflugzeugen mit 90 Sitzen und weniger. Indonesien hatte in den vergangenen Jahren erhebliche Probleme mit dem Luftverkehr.

In dem Inselstaat mit 250 Millionen Einwohnern steigt die Nachfrage, Fluggesellschaften haben aber Schwierigkeiten, ausreichend qualifizierte Piloten, Mechaniker und Fluglotsen zu finden. Von 2007 bis 2009 hatte die Europäische Union indonesischen Airlines wegen Sicherheitsbedenken die Landeerlaubnis entzogen. Im vergangenen Dezember kamen alle 162 Menschen an Bord eines Air-Asia-Jets ums Leben, als ihre Maschine auf dem Flug von Surabaya nach Singapur in die Javasee stürzte.

Dieser Absturz war eines von fünf Flugzeugunglücken asiatischer Fluggesellschaften in einem Zeitraum von nur zwölf Monaten - darunter auch der Malaysia-Airlines-Flug MH370, der seit März 2014 mit 239 Menschen vermisst wird. Die Fluglinie Trigana Air Service wurde 1991 gegründet. Im Dezember 2013 hatte sie 22 Flugzeuge und flog 21 Ziele in Indonesien an.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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