Vermutungen bestätigen sich
Geringe SARS-Ansteckungsgefahr im Flugzeug

Das Ansteckungsrisiko mit der Lungenkrankheit SARS ist im Flugzeug nach Daten der Weltgesundheitsorganisation WHO geringer als erwartet. Bis zum 12. Mai hat die WHO 35 Flüge untersucht, auf denen es vermutlich SARS-Infizierte gab. Nur in vier Fällen wurde eine Ansteckung nachgewiesen. Dabei handelte es sich entweder um Passagiere, die in unmittelbarer Nähe eines Infizierten saßen, oder um Flugbegleiter. Die Studie wurde am Dienstag am Rande der WHO-Generalversammlung in Genf vorgestellt. WHO-Mitarbeiter hatten schon früher ausgeschlossen, dass sich das SARS-Virus über die Klimaanlage in Flugzeugen verbreitet.

HB/dpa DÜSSELDORF/GENF/PEKING. Bis Montagabend verzeichnete die WHO weltweit 7864 Fälle des Schweren Akuten Atemwegssyndroms (SARS) in 28 Ländern. Es gab 643 Tote. Den größten Anstieg verzeichnete die WHO mit 70 neuen Fällen in Taiwan. Weltweit waren seit Samstag 116 SARS-Infektionen hinzugekommen. Singapur registrierte nur einen neuen Fall. „Die Lage in Singapur ist seit längerer Zeit sehr gut“, sagte WHO-Sprecherin Christine McNab. Für Hongkong und Singapur erwäge die WHO deshalb, die Reisewarnungen zurückzunehmen.

Nach Angaben chinesischer Behörden ist die Ausbreitung von SARS in der schwer betroffenen Hauptstadt Peking „wirksam eingedämmt“. Die WHO warnte allerdings: „Es ist zu früh, um die Siegesflagge zu hissen.“ Innerhalb eines Tages kamen in der Metropole nach Angaben des Gesundheitsministeriums zwölf SARS-Fälle dazu. Vier Menschen starben.

Nach Angaben des Berliner „Tagesspiegels“ (Mittwochsausgabe) gibt es in China weiterhin mehr SARS-Fälle als gemeldet. So seien in der Stadt Datong in der Provinz Shanxi offiziell nur fünf Fälle von SARS- Patienten registriert. Gleichzeitig bestätigten Mitarbeiter der Krankenhäuser der Stadt, dass insgesamt 70 Patienten wegen SARS behandelt werden. Der Sprecher der WHO in Genf, Dick Thompson, sagte dem „Tagesspiegel“, der WHO lägen keine Beweise vor, dass die chinesischen Behörden noch SARS-Fälle vertuschen. Er könne aber nicht ausschließen, dass es in der Provinz Fälle gebe, die nicht gemeldet würden.

Der Vizedirektor des Gesundheitsamtes, Liang Wannian, betonte, Fehldiagnosen seien nicht auszuschließen, ihre Zahl könne aber nur „sehr gering“ sein. Die WHO hatte zuvor bemängelt, dass Patienten mit leichten Symptomen nicht mitgerechnet würden.

Unter den 640 000 Wanderarbeitern auf Pekings Baustellen wurden nach amtlichen Angaben 184 SARS-Erkrankungen und 141 Verdachtsfälle verzeichnet. Aus Sorge vor einer Ausbreitung der Krankheit in den ländlichen Raum ist allen Wanderarbeitern untersagt, in ihre Heimat zurückzukehren. Zwischen Anfang April und Mitte Mai haben jedoch bereits 600 000 von ihnen die Stadt verlassen. Derzeit arbeiten laut Behörden noch 2,63 Mill. Wanderarbeiter in Peking.

Landesweit (ohne Hongkong) stieg die Zahl der SARS-Fälle in China um 17 auf 5248. Die Zahl der Todesopfer kletterte um insgesamt 5 auf 294.

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