Verschließung von Bohrloch verschoben
Giftiges Gas tötet mindestens 193 Menschen

Nach der Giftgaskatastrophe bei der Erdgasförderung in Südwestchina mit mindestens 193 Menschen ist die geplante chließung des Bohrloches am Freitag kurzfristig um einen Tag verschoben worden. Den Spezialeinheiten und Technikern müsse mehr Zeit gegeben werden, um die Situation einzuschätzen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.

HB PEKING. Eigentlich sollte Freitag versucht werden, das brennende und Giftgas spuckende Bohrloch auf dem Förderfeld Chuanbeidong nahe Chongqing mit Erdmassen zu verstopfen.

Die Gefahr durch die austretenden giftigen Gase war nach Schilderungen der Polizei nicht gebannt, obwohl die Quelle am Mittwoch in Brand gesetzt worden war, um das Gemisch aus Gas und Kohlenwasserstoff zu verbrennen. Mehr als 3300 Menschen in umliegenden Dörfern haben nach Xinhua-Angaben Vergiftungen erlitten. Mehr als 290 Opfer, meist Kinder, lagen in Krankenhäusern. Vier Opfer waren in lebensgefährlichem Zustand. Etwa 41 000 Menschen wurden in Sicherheit gebracht und notdürftig untergebracht.

Zeitungen zeigten Bilder von Kindern, die ihre entzündeten, dick geschwollenen Augen krampfhaft geschlossen hielten. Als Gründe, warum das Unglück so verheerenden Ausmaße angenommen hat, nannten Behörden den Zeitpunkt des Unglücks am Dienstagabend und die hohe Konzentration des Giftgases. „Schlechte Transport- und Kommunikationsmöglichkeiten behinderten die rechtzeitige Evakuierung aller Menschen aus den nahe gelegenen Gebieten“, sagte der Vizebürgermeister der Metropole Chongqing, Wu Jianong, laut Xinhua.

Bei den Bohrungen war plötzlich ein tödliches Gasgemisch ausgebrochen. Die Gaswolke hatte sich rasch über umliegende Dörfer verbreitet. Mehr als 3000 Menschen erlitten nach amtlichen Angaben Vergiftungserscheinungen wie Bindehautentzündungen oder Husten. Lokale Mediziner hatten am Vortag von etwa 4000 bis 5000 Menschen mit Vergiftungen gesprochen. Die Verletzten seien auf zehn Krankenhäuser verteilt worden, berichtete ein Hospital, das allein 170 Verletzte aufgenommen hatte.

„Erst als wir die Gaskonzentration reduziert haben, indem wir den giftigen Schwefelwasserstoff am Mittwochnachmittag in Brand gesetzt haben, konnten wir Rettungsmannschaften in Gang setzen, um den Unglücksort zu betreten“, sagte der Vizebürgermeister. Spezialteams gingen erst am Donnerstagmorgen in die schwer betroffenen Dörfer, um nach Überlebenden zu suchen. Bis Donnerstagnachmittag seien 183 Leichen und 159 Überlebende gefunden worden. Ein Säugling sei auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben. 28 Dörfer seien betroffen.

Techniker der für die Gasförderung verantwortlichen China National Petroleum Corporation (CNPC) hatten einen Plan entworfen, wie das Bohrloch verschlossen werden sollte. Doch deutete die Verschiebung der Aktion auf größere Schwierigkeiten hin. Ein neuer Anlauf soll jetzt am Samstag um 10.00 Uhr Ortszeit (3.00 Uhr MEZ) gemacht werden, berichtete Xinhua.

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