Verseuchter Wasserdampf
Legionärskrankheit bricht in Amsterdam aus

Verseuchter Wasserdampf aus Kühltürmen verursachte in Amsterdam einen Ausbruch der gefährlichen Legionärskrankheit. Es gab bereits ein Todesopfer.

HB AMSTERDAM. In Amsterdam haben sich 24 ältere Menschen mit Legionella-Bakterien infiziert, einer von ihnen starb. Die Ursache war verseuchter Wasserdampf aus Kühltürmen. Das meldete das städtische Gesundheitsamt am Donnerstag als vorläufiges Ergebnis seiner Nachforschungen.

Die weltweit verbreiteten Erreger gedeihen in warmem Wasser und können die Lungen von Menschen befallen, wenn zerstäubtes Wasser eingeatmet wird. Infektionsquellen sind daher häufig Klimaanlagen, Duschen, Whirlpools und andere Warmwassereinrichtungen, in denen Dampf oder Sprühnebel entsteht. Die Infektion beginnt meist mit Husten, Durchfall und Fieber. Später kann es zu schweren Lungen- und Rippenfellentzündungen kommen. Verschluckte Legionellen sind dagegen in der Regel harmlos.

In Amsterdam gestalte sich die Suche nach der Quelle der Ansteckung schwierig, weil die Erkrankten an sehr unterschiedlichen Orten der Stadt lebten, zum Teil auch außerhalb. Die jetzt als Ursache ausgemachten Kühltürme befinden sich neben dem ehemaligen Postamt am Hauptbahnhof. Es beherbergt heute Designstudios sowie vorübergehend eine Sammlung des Städtischen Museums.

Bekannt wurde die Legionärskrankheit vor 20 Jahren durch zahlreiche Erkrankungen bei einem Treffen von Kriegsveteranen in einem Hotel in Philadelphia in den USA. Diese Fälle gaben der Krankheit ihren Namen. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts in Berlin erkranken jährlich rund 6000 Menschen in Deutschland an der Legionärskrankheit. Nur ein Bruchteil davon werde aber offiziell registriert. Im Jahr 2004 wurden bundesweit 475 Fälle gemeldet.

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