Versorger am Pranger
Hohe Energiepreise trotz sprudelnder Gewinne

Die Gemütslagen der Menschen hat 2005 kaum ein Industriezweig derart in Aufruhr versetzt, wie die Energiebranche. Während die Aktionäre sich über satte Gewinne und kräftige Kurssprünge freuen dürfen, fühlen sich die privaten und industriellen Verbraucher durch steigende Preise ausgenommen.

HB DÜSSELDORF. Das Image der Branche erhielt zusätzliche Kratzer, als Ende November zahlreiche Strommasten der RWE im Münsterland infolge eines starken Wintereinbruchs abknickten und Hunderttausende von Kunden tagelang ohne Elektrizität waren.

Vor allem die energieintensive Bereiche wie die Aluminiumbranche und Teile der Stahlindustrie leiden unter den hohen Energiekosten. Laut Aussagen des Verbands der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) sind die Preise ohne staatliche Belastungen binnen eines Jahres um rund 35 Prozent gestiegen. Der Preisanstieg hat den Unternehmen zusätzliche Erlöse beschert - allen voran die Großen der Branche wie Eon, RWE, Vattenfall und EnBW berichten über sprudelnde Gewinne und glänzende Geschäfte.

Und 2006 steht bereits die nächste Strompreisrunde bevor. Die Versorger stopfen sich auf Kosten der Privat- und Industriekunden die Taschen voll, sagen die einen und sprechen von Preistreiberei. Die Erhöhungen seien vor dem Hintergrund der Gewinnsituation nicht nachzuvollziehen, heißt es beim Bundesverband Erneuerbarer Energien. "Die Stromunternehmen bräuchten auskömmliche Entgelte, um die Versorgungssicherheit auch künftig zu erhalten", sagt dagegen die Elektrizitätswirtschaft. Die Erhöhungen werden begründet mit der Entwicklung der Großhandelspreise an den internationalen Strombörsen.

Orientierungspunkt für die Unternehmen bei der Preisgestaltung ist unter anderem die Leipziger Strombörse EEX. Seit Jahresanfang kletterte die Notierung um 45 Prozent. Und beim Gas stiegen die Grenzübergangspreise zwischen Juni 2004 und September 2005 um 43 Prozent. "Wir haben seit der Liberalisierung 1998 keine Kostenpreise mehr, sondern Wettbewerbspreise", sagt eine RWE-Sprecherin zur Preisentwicklung auf dem Strommarkt. Ohne staatliche Belastungen, die von den Kritikern gerne ignoriert würden, seien sie heute niedriger als vor Marktöffnung.

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