Versorgung nach „Wilma“ liegt brach
USA haben aus „Katrina“ nichts gelernt

Hurrikan „Wilma“ stellt keine Gefahr mehr dar. Der Wirbelsturm ist aufs Meer abgezogen und wird immer schwächer. Für die Menschen in Florida geht das Leid aber erst los. Die Versorgung mit dem Notwendigsten klappt nicht.

HB WASHINGTON. Fast drei Tage nach dem Wirbelsturm wächst in der Bevölkerung Südfloridas der Zorn über mangelnde Versorgung mit Wasser, Eis und Nahrungsmitteln. Am Mittwoch standen an vielen Verteilzentren die Menschen Schlange. Über hunderte Meter zog sich der Lindwurm. An einigen Stellen gingen die begehrten Güter sogar ganz aus. Wiederholt lieferten sich erschöpfte und wütende Wartende erbitterte Wortwechsel mit den Helfern.

Der Gouverneur von Florida und Präsidentenbruder Jeb Bush sowie US-Heimatschutzminister Michael Chertoff riefen nach einem Treffen im Bezirk Miami-Dade zu Geduld auf. „Wir tun alles, was in unseren Kräften steht, um möglichst schnell die Versorgungslücken zu schließen“, sagte Chertoff. Er hat die Oberaufsicht über die US- Behörde für Katastrophenmanagement (Fema), die schon wegen der langsamen Reaktion nach dem Hurrikan „Katrina“ unter schweren Beschuss geraten war.

Jeb Bush übernahm die Verantwortung für die zögerliche Anlieferung nach „Wilma“, die unter anderem mit Benzinmangel in der Region erklärt wurde. Zugleich machte er jedoch auch die Schlange stehenden Menschen selbst für ihre Situation verantwortlich. Sie hätten genügend Zeit vor dem Eintreffen des Hurrikans am Montagmorgen gehabt, sich mit den wichtigsten Vorräten für mehrere Tage einzudecken, sagte der Gouverneur auf einer Pressekonferenz.

Die staatliche Behörde für Katastrophenmanagement sprach am Mittwoch von 10 Menschen, die durch den Sturm umgekommen sind. Damit sind bisher 27 Menschen durch „Wilma“ gestorben, darunter 4 in Mexiko und 13 in Haiti und Jamaika.

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