Vertuschung
Verkehrssünde Beckenbauers kostet Polizeibeamten Job

Die Vertuschung einer Tempoüberschreitung des FC- Bayern-Präsidenten Franz Beckenbauer hat einen Polizisten die Beamtenstellung gekostet. Das Verwaltungsgericht München entließ den 42 Jahre alten Kriminaloberkommissar wegen eines „äußerst schweren Dienstvergehens".

HB MÜNCHEN. Der Vorwurf, auch im Fall des ehemaligen FC-Bayern-Spielers Michael Ballack die Vertuschung einer Verkehrssünde versucht zu haben, wurde wegen unzureichender Beweislage fallen gelassen (Az.: M 19 D 06.29). Der 42-Jährige kündigte Berufung an.

Beckenbauer hatte am 10. Juni 2005 in einem Fahrzeug des FC Bayern an einer Baustelle in München die zulässige Höchstgeschwindigkeit um knapp 40 Stundenkilometer überschritten. Der Fuhrparkleiter des Fußballclubs fragte bei dem Kriminaloberkommissar und ehrenamtlichen Mitglied des Ordnungsdienstes nach, was sich da machen lasse.

Nach Rücksprache mit einem Münchner Kollegen, der sich wiederum mit einem Sachbearbeiter des Münchner Kreisverwaltungsreferats beriet, tippte der Beamte auf dem Dienstcomputer ein Schreiben unter dem Namen eines stellvertretenden Dienststellenleiters, wonach der Wagen des FC Bayern der Kriminalinspektion Ingolstadt für „Überwachungszwecke“ zur Verfügung gestellt worden sei. Das Tempo sei bei einem Einsatz überschritten worden.

Das Verfahren wegen der Ordnungswidrigkeit gegen Beckenbauer wurde eingestellt, ihm blieben Bußgeld und einmonatiges Fahrverbot erspart. Der Oberkommissar wurde im Dezember 2005 wegen Urkundenfälschung per Strafbefehl rechtskräftig zu acht Monaten Bewährungsstrafe verurteilt. Seither war er vom Dienst suspendiert.

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