Verurteilter Kunstberater Achenbach

Achenbach-Sammlung kommt unter den Hammer

Rund 2000 Werke aus der Sammlung des wegen Betrugs verurteilten Kunstberaters Helge Achenbachs kommen unter den Hammer. Der Gesamtwert aller Kunstwerke liegt bei rund 4,5 Millionen Euro.
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Rund 2000 Exponate aus der Sammlung des wegen Betrugs verurteilten Kunstberaters Helge Achenbach werden versteigert. Quelle: dpa
Lagerauktion von Achenbach-Werken

Rund 2000 Exponate aus der Sammlung des wegen Betrugs verurteilten Kunstberaters Helge Achenbach werden versteigert.

(Foto: dpa)

DüsseldorfRund ein Jahr nach der Inhaftierung des Kunstberaters Helge Achenbach kommen rund 2000 Werke aus seiner Kunstsammlung unter den Hammer. Vom 17. bis 19. Juni versteigert das Auktionshaus Van Ham Arbeiten von bekannten Künstlern wie Georg Baselitz, Gerhard Richter, Jörg Immendorff, A.R. Penck oder Joseph Beuys in Düsseldorf. Die Objekte gehören zur Insolvenzmasse der einstigen Achenbach Kunstberatung GmbH.

Achenbach (63) war wegen Millionenbetrugs an reichen Kunden im März zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der einst einflussreichste Kunstberater Deutschlands sitzt seit Juni 2014 in Untersuchungshaft.

In Achenbachs Lagerhallen in einem Düsseldorfer Gewerbegebiet werden drei Tage lang Gemälde, Fotografien, Grafik und Videos angeboten. Bis zu 150 besonders wertvolle Exponate versteigert Van Ham am 20. Juni in seiner Zentrale in Köln. Der Gesamtschätzpreis aller Kunstwerke liege bei drei bis 4,5 Millionen Euro, teilte Van Ham am Mittwoch mit.

Die Chromjuwelen der Aldi-Erben
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Helge Achenbach, hier eine Archivaufnahme mit seinem Bentley S1, beriet unter anderem den 2012 verstorbenen Unternehmer Berthold Albrecht (Aldi). Dabei soll er in berügerischer Absicht Einkaufspreise zu hoch angesetzt und Rechnungen falsch beziffert haben. Eine Schadenshöhe von rund 19 Millionen steht im Raum, um die sich die Witwe von Berthold Albrecht, Babette Albrecht, mit Achenbach vor Gericht streitet.

Foto: Andreas Endermann/dpa

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Wie "Bild" berichtete, brachte ein Jaguar E-Type die Affäre ins Rollen. Insgesamt soll Achenbach den Albrechts zehn Oldtimer beschafft haben. Bei dem Kult-Roadster aus den 60er-Jahren soll der von Achenbach berechnete Preis überhöht sein, weil Restaurierungsarbeiten z.B. an der Karosserie nicht in der Qualität wie von Achenbach angegeben durchgeführt worden waren. Gut erhaltene E-Types früher Baureihen werden heute kaum unter 100.000 Euro gehandelt.

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Als „Leckerbissen der damaligen Zeit“ bezeichnete ein Zeuge im Achenbach-Prozess die restaurierten Fahrzeuge, die der angeklagte Helge Achenbach für Aldi-Erbe Berthold Albrecht auftrieb. Sieben alte Fahrzeuge, zumeist Mercedes, ließ Albrecht von Achenbach bei einem süddeutschen Restaurationsbetrieb kaufen. Diese waren aber nicht Gegenstand des Strafprozesses gegen Achenbach vor dem Essener Landgericht.

Die Anklage wirft Achenbach vor, den Milliardär bei 14 Kunstverkäufen und neun Oldtimergeschäften um rund 23 Millionen Euro betrogen zu haben. Achenbach hatte zugegeben, beim Verkauf von Kunst unberechtigte Aufschläge vorgenommen und Rechnungen manipuliert zu haben. Bei den Oldtimer-Verkäufen habe er Albrecht jedoch nicht getäuscht ...

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Laut dem Zeugen war Albrecht seinem Freund Achenbach so dankbar für die Oldtimer-Dienste, dass er ihm ein altes Auto schenkte. Ein 150.000 Euro teures Mercedes 300 B Cabrio habe der Aldi-Erbe bei ihm gekauft, „damit Achenbach gemeinsam mit ihm in die Schweiz fahren konnte“, sagte der Restaurator im Prozess.

Bei den Oldtimer-Verkäufen habe er Albrecht über die Preisaufschläge vorab informiert, sagt Achenbach, der seit Juni 2014 in Untersuchungshaft sitzt. Seine Firmen sind inzwischen insolvent. Seine Kunstsammlung soll demnächst versteigert werden.

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Bei Kienle Automobiltechnik in Heimerdingen kaufte Achenbach für Albrecht ein exklusives Einzelstück: einen Mercedes 380 K von 1934, das erste Cabriolet der Welt mit einem klappbaren Blechdach. Das Auto war von Mercedes als Versuchsfahrzeug gebaut worden, mit einer speziellen Dachkonstruktion und einem besonderen Motor. Man einigte sich auf rund eine Million Euro.

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Mithilfe von Achenbach und der Beratung unter anderem durch Florian Zimmermann, den früheren Leiter des Mercedes-Benz Classic Centers in Fellbach bei Stuttgart, erwarb Achenbach nach dem Mercedes 380 K für Albrecht auch noch einen 86 Jahre alten Mercedes 680 S Roadster mit einem avantgardistischen Aufbau des französischen Karossiers Saoutchik. Ein ähnliches Fahrzeug wurde 2013 für umgerechnet knapp 6,2 Millionen Euro versteigert.

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Zudem kaufte Albrecht für angeblich 9,6 Millionen Euro einen Ferrari-Rennwagen vom Typ 121 LM aus dem Jahr 1955, hübsch anzusehen, aber schwer zu bändigen und meist auch sehr unzuverlässig. Die Fahrzeuge wurden vom Werk früher unter anderem beim heutigen Oldtimer-Rennen Mille Miglia und bei den 24 Stunden von Le Mans eingesetzt.

Die Anfangspreise reichen von wenigen hundert Euro bis zu 120.000 Euro für ein Kissenbild von Gotthard Graubner. „Das ist keine elitäre Veranstaltung hier“, sagte Van Ham-Chef Markus Eisenbeis zu der Düsseldorfer Lager-Auktion. Er rechnet mit einem großen Andrang auch von nicht auktionserfahrenen Kunstinteressierten.

Mit der Versteigerung der rund 70 wertvollsten Werke aus Achenbachs Sammlung hat Insolvenzverwalter Marc d'Avoine das Auktionshaus Sotheby's in London beauftragt.

  • dpa
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