Verwaltungsgericht
Bewerberin darf trotz Brustimplantaten zur Polizei

Wegen ihrer Silikonimplantate hatte ein Amtsarzt vor drei Jahren eine Bewerberin für den Polizeidienst als untauglich erklärt. Dagegen wehrte sich die Frau vor Gericht – und bekam jetzt Recht.
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Gelsenkirchen Eine Polizeibewerberin aus Nordrhein-Westfalen hat sich vor Gericht erfolgreich gegen den Ausschluss vom Polizeidienst wegen ihrer Brustimplantate zur Wehr gesetzt. Die von der Frau unterhalb der Brustmuskeln getragenen hochwertigen Silikonimplantate stellten ihre Eignung für den Polizeivollzugsdienst nicht in Frage, urteilte am Mittwoch das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen. Die Kammer ließ Berufung gegen das Urteil zu. (Az. 1 K 2166/14)

Die Klägerin, die nach Gerichtsangaben aus kosmetischen Gründen Brustimplantate trägt, hatte sich im Oktober 2013 für die Einstellung in den Polizeivollzugsdienst des Landes Nordrhein-Westfalen beworben. Ein Polizeiarzt kam zu dem Ergebnis, sie sei für den Polizeidienst untauglich. Insbesondere bei körperlicher Gewalt könne ein Reißen der Implantate nicht ausgeschlossen werden.

Das Verwaltungsgericht folgte dieser Argumentation nicht. Eine Untauglichkeit für den Polizeidienst könne nur angenommen werden, wenn eine dauernde Dienstunfähigkeit vor Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze oder regelmäßige Ausfallzeiten über Jahre hinweg überwiegend wahrscheinlich seien, betonten die Richter.

Die Ergebnisse eines vom Gericht eingeholten ärztlichen Gutachtens ließen aber eine solche Feststellung nicht zu. Der Expertise eines plastischen Chirurgen zufolge gebe es keine ausreichenden Daten, die eine verlässliche Prognose zum Risiko eines verletzungsbedingten Reißens der Implantate oder für andere gesundheitliche Komplikationen ermöglichten. Daher könne keine belastbare Aussage getroffen werden, mit welcher Wahrscheinlichkeit Einschränkungen der Polizeidienstfähigkeit im Zusammenhang mit Brustimplantaten aufträten.

In einem vergleichbaren Fall hatte im September bereits das Verwaltungsgericht München zugunsten einer jungen Frau mit Brustimplantaten entschieden, die gegen ihre Ablehnung für den Polizeivollzugsdienst geklagt hatte. In dem Münchener Verfahren war ein Gutachter zu dem Ergebnis gekommen, die Frau sei wegen der Beschaffenheit der aus hochmodernen Materialien gefertigten Brustimplantate und ihrer Platzierung unterhalb der Muskeln keinem erhöhten Verletzungsrisiko ausgesetzt.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Verwaltungsgericht: Bewerberin darf trotz Brustimplantaten zur Polizei"

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  • Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

    @ Herr Hoffmann

    ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
    Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

    @Porters

    VIELEN DANK Herr Porters,
    es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
    Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
    Schön das Sie das zu schätzen wissen.

    Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
    Paff, von Horn, Trautmann, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso....

    ohne sie wäre ich hier sehr einsam !
    Danke

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