Verwandter sei bei Razzia getötet worden
Iraks UN-Botschafter wirft US-Armee Mord vor

Der irakische UN-Botschafter, Samir Sumaidaie, hat der US-Armee vorgeworfen, einen 21-jährigen Verwandten bei einer Razzia im Westirak kaltblütig erschossen zu haben.

HB NEW YORK. Bei einer Durchsuchung des Wohnhauses der Familie in Al-Scheich Hadid am 25. Juni hätten US-Marineinfanteristen den Sohn seines Cousins ersten Grades erschossen, sagte Sumaidaie am Freitag. „Alle Hinweise deuten auf die Tötung eines unbewaffneten, unschuldigen Zivilisten hin - ein kaltblütiger Mord“, sagte er. In einer Erklärung forderte der Botschafter eine Untersuchung des Vorfalls. Dieser könnte die öffentliche Unterstützung der USA bei ihrem Vorgehen im Irak beeinträchtigen, erklärte der Botschafter.

In einer Mitteilung des US-Militärs hieß es, die Vorwürfe des Botschafters „decken sich grob mit einem Vorfall, bei dem Koalitionskräfte an jenem Tag in der Gegend beteiligt waren.“ Die Vorwürfe würden ernst genommen und der Vorfall genau untersucht, erklärte Generalmajor Stephen T. Johnson.

Sumaidaie zufolge hatten Aufständische aus einer anderen Gegend an dem Tag Granaten auf den US-Militärstützpunkt Haditha Dam in der Nähe von Al-Scheich Hadid geworfen. US-Soldaten hätten daraufhin in dem Dorf Jugendliche zu dem Vorfall befragt. Marineinfanteristen hätten später an der Tür des Wohnhauses seiner Verwandten geklopft und nach Waffen im Haus gefragt. Die Familie des Getöteten habe diesen zuletzt lebend gesehen, als er in ein anderes Zimmer gegangen sei, um eine nicht geladene Waffe zu holen. Als die Soldaten das Haus etwa eine Stunde später verlassen hätten, sagte der Übersetzer der Soldaten der Mutter, ihr Sohn sei erschossen worden. Die Familie habe ihren Sohn daraufhin mit einer Kugel im Nacken tot aufgefunden. „Die Soldaten haben sich angelächelt, als sie gingen“, sagte Sumaidaie.

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