„Verzweifelte Hausfrau“
Laura Bush verulkt ihren Gatten

US-Präsident George W. Bush ist bei einem Galadinner der White-House-Presse in Washington am Samstagabend schwer verulkt und auf die Schippe genommen worden - von seiner Frau Laura: "Ich bin eine verzweifelte Hausfrau."

HB WASHINGTON. Die First Lady, die bei Umfragen im Gegensatz zu ihrem Mann stets Bestnoten erhält, hatte die Lacher auf ihrer Seite, als sie sich über Georges Probleme mit der englischen Sprache, seine Schlafgewohnheiten und die Bush-Familie lustig machte.

„Neun Uhr abends, Mr. Aufregend hier liegt im Tiefschlaf, und ich muss mir „Desperate Housewives“ im Fernsehen ansehen“, sagte Laura Bush unter Verweis auf die populäre Fernsehserie. „Meine Damen und Herren, ich BIN eine verzweifelte Hausfrau. Die Mädels sollten mal mit George verheiratet sein.“

Dass sie ihren Mann, der nicht gerade als Bücherwurm gilt, überhaupt kennen lernte, sei ein Wunder. „Ich war Bibliothekarin und verbrachte damals zwölf Stunden am Tag in der Bücherei, und irgendwie traf ich ihn trotzdem“, sagte sie. Auch die Aussprache komplizierter Wörter ist keine der Stärken des Präsidenten: „Im Gegensatz zu ihm kann ich zum Beispiel „nuklear“ korrekt sagen“, frotzelte Laura Bush. Der Präsident spricht das Wort wie viele Amerikaner „nukelar“ aus.

Über die fernab von allem Trubel gelegenen Ferienanwesen der Bushs in Crawford (Texas) und Kenebunkport (Maine) witzelte die Präsidentengattin: „Der Unterschied zwischen beiden ist: In Kenebunkport gibt es kein Nachtleben.“ Für verdiente Menschen gebe es folgende Preise: „Erster Preis: Drei Tage mit den Bushs. Zweiter Preis: Zehn Tage mit den Bushs.“

Laura Bush war ihrem Mann - ganz offensichtlich nach vorher eingeübtem Drehbuch - ins Wort gefallen, als er zu seiner Rede mit einem abgegriffenen Witz ansetzte. „Nicht schon wieder diese olle Kamelle“, sagte Laura Bush. Mit den Worten „Ich bin seit Jahren bei diesen Dinners und sitze nur ruhig da. Jetzt will ich auch mal was sagen“ übernahm sie das Rednerpult. Bush setzte sich wieder und hörte seiner Frau dann amüsiert zu. Das Galadinner der White-House-Presse findet seit fast 100 Jahren statt. In der Regel nehmen sich die Präsidenten dabei selbst auf die Schippe.

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