Video hat Folgen
Modehandel verzichtet auf Angora-Kleidung

Ein Video von gequälten Angora-Kaninchen hat Folgen. Die Moderiesen H&M und C&A verzichten deshalb auf die Produktion von Angora-Kleidung. Klassische Modehändler finden das problematisch.
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Köln/StockholmNach der Ankündigung von H&M und C&A, Kleidung mit Angora-Wolle aus ihren Geschäften zu verbannen, will der deutsche Textilhändlerverband seine Mitglieder über das Thema informieren. „Allerdings ist es für den klassischen Modehändler wahrscheinlich schwierig zu reagieren“, sagte der Sprecher des Bundesverbands des Deutschen Textileinzelhandels (BTE), Axel Augustin, am Freitag der Nachrichtenagentur dpa in Köln. Die meisten Händler hätten kaum einen Überblick darüber, welche Pullover einen Angora-Anteil enthalten.

Ein Video der Tierschutzorganisation Peta hatte zuvor Entsetzen ausgelöst. Es zeigt, wie lebenden Angora-Kaninchen in China das Fell vom Leib gezogen wird. Daraufhin hatten die Modehäuser H&M und C&A angekündigt, keine Kleidung mit Angora-Wolle mehr produzieren zu lassen.

„H&M akzeptiert nicht, dass Tiere schlecht behandelt werden“, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. „Wir erlauben nur Produkte aus Kaninchenhaar von Farmen mit guten Bedingungen für die Tiere.“ Der Modekonzern kündigte „weitere Kontrollen“ seiner Lieferanten an. Kunden könnten gekaufte Angora-Pullis umtauschen.

„Bis zur Aufklärung der Vorwürfe werden wir mit sofortiger Wirkung keine Aufträge für Waren mit Angora mehr platzieren“, sagte C&A-Pressesprecher Lars Boelke. „Uns lagen bis zum jetzigen Zeitpunkt keine Erkenntnisse über Verstöße gegen Tierschutz bei den im Auftrag unseres Unternehmens gefertigten Angora-Produkten vor.“ C&A produziere Angora-Produkte nicht selbst. Man werde den Vorwürfen nachgehen. Peta zufolge kommen 90 Prozent aller Angora-Wolle weltweit aus China.

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„Angora-Gewinnung ist ein Nischenzweig“

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