Video zeigt Unfall
Multimillionär tötet Motorradfahrer - ohne Folgen

Ein russischer Millionär drängt auf der Autobahn einen Motorradfahrer gegen die Leitplanke, dieser stirbt anschließend. Im Internet kursiert ein Video, das die Szene dokumentiert. Und trotzdem ermittelt die Polizei nicht.
  • 0

MoskauDie Moskauer Polizei hält russischen Medienberichten zufolge Ermittlungen gegen einen bekannten Multimillionär nicht für nötig, der mit seiner Luxuslimousine einen Motorradfahrer von der Autobahn abgedrängt und getötet hat. Bekannt wurde der schwere Unfall erst durch ein Video im Internet: Darauf ist deutlich zu sehen, dass der Fahrer eines schweren Mercedes am vergangenen Samstag auf einer Autobahn unweit von Moskau ohne den Blinker zu setzen auf die Überholspur ausschert, dabei einen Motorradfahrer gegen die Leitplanke drängt und einfach weiterfährt. Nach Angaben der russischen Internetseite LifeNews vom Freitag hatte der Motorradfahrer die Limousine am Überholen gehindert.

Der 24-Jährige starb noch am Unfallort. Die Polizei bestätigte, dass es es sich bei dem Mercedesfahrer um Alexander Saribko handelt, den Mitbesitzer der russischen Supermarktkette Viktoria. Das Magazin „Forbes“ schätzt das Vermögen des 49-Jährigen auf umgerechnet 170 Millionen Euro.

Saribko behauptet laut LifeNews, dass er niemals die Fahrspur gewechselt habe. Eine Sprecherin der Moskauer Regionalpolizei sagte der russischen Nachrichtenagentur Ria Nowosti, die Polizei sehe „keinen Grund für die Aufnahme von Ermittlungen“.

Der Vorfall sorgte im Internet für heftige Reaktionen. Einige Kommentatoren schlugen sich prinzipiell auf die Seite der Autofahrer, andere verteidigten die Motorradfahrer. Ein Blogger wies auf einen anderen Aspekt hin - er ist überzeugt, dass der Mercedes-Fahrer dafür zahlt, unbehelligt zu bleiben: „Wir sind in Russland, dort hat immer der Recht, der zahlt.“

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Video zeigt Unfall: Multimillionär tötet Motorradfahrer - ohne Folgen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%