Viele Tote in Polen und Ukraine
Verheerende Busunfälle in Osteurpa

Schwere Verkehrsunglücke haben Polen und die Ukraine erschüttert. Am Dienstag starben insgesamt fast 60 Menschen, als in der Region Dnjepropetrowsk ein Bus von einem Zug erfasst wurde. Südlich von Warschau kollidierte ein Kleinbus mit 18 Insassen mit einem LKW.
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HB WARSCHAU/KIEW. Bei zwei schweren Unfällen in Polen und der Ukraine sind am Dienstag knapp 60 Menschen getötet worden. Beim Zusammenprall eines Linienbusses mit einer Lokomotive kamen in der Ukraine mindestens 41 Menschen ums Leben. In Polen starben bei einem Unfall mit einem Kleinbus 18 Saisonarbeiter - und das nur rund zwei Wochen nach der Tragödie mit einem polnischen Reisebus nahe Berlin, bei der 14 Menschen starben.

Zu dem Unfall in der Ukraine kam es nach ersten Ermittlungen, als ein Bus in der Region Dnjepropetrowsk südöstlich von Kiew trotz einer blinkenden Signalanlage auf einen Bahnübergang fuhr.

"Die Ampel war intakt und zeigte an, dass der Übergang gesperrt ist", sagte ein Bahnsprecher. Der Fahrer des Busses habe das Signal offenbar ignoriert. Neben den Toten seien mindestens elf Menschen verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher nach Angaben der Agentur Interfax. Unter den Toten waren auch zwei Kinder. Nach Medienangaben ist der Bahnübergang unbeschrankt.

Zahlreiche Rettungskräfte waren am Ort. Auch eine Delegation des Innenministeriums der früheren Sowjetrepublik reiste zum Unfallort in der Nähe der Stadt Nikopol. Ein Sprecher des ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch sagte, der Staatschef wolle Staatstrauer anordnen.

In Polen war ein Kleinbus am frühen Morgen in Nowe Miasto nad Pilica vermutlich bei einem Überholmanöver frontal mit einem Lastwagen zusammengestoßen, sagte ein Polizeisprecher. 16 Businsassen starben direkt am Unfallort südlich von Warschau, zwei im Krankenhaus. Es waren Saisonarbeiter, die zu einem Obstgarten fuhren. Der Lkw-Fahrer wurde leicht verletzt.

Der VW-Transporter soll für den Transport von so vielen Menschen nicht geeignet gewesen sein. Die nicht angeschnallten Passagiere hätten auf Kisten und auf dem Boden gesessen. Der Unglückswagen sei völlig zertrümmert, hieß es von der Polizei. Die Region Mazowsze ordnete eine dreitägige Trauer an.

Zum Zeitpunkt des Unglücks habe dichter Nebel geherrscht. Polens Straßen gelten als gefährlich. Das Land hat eine der höchsten Zahlen an Verkehrstoten in der EU. Am 26. September waren bei einem schweren Reisebusunglück am Schönefelder Kreuz nahe Berlin 14 polnische Touristen tödlich verletzt worden.

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