Viele Verletzte
Schweres Chemikalien-Unglück in der Ukraine

Im Westen der Ukraine ist ein Güterzug mit hochgiftigem Phosphor entgleist. Tausend Menschen aus der Umgebung mussten evakuiert werden, zahlreiche wurden verletzt. Ein Regierungsvertreter sprach von der größten Umweltkatastrophe seit Tschernobyl 1986.

HB KIEW. Bei einem Zugunglück waren am Dienstag 15 Waggons mit jeweils 50 Tonnen hochgiftigem und leicht entzündlichem gelbem Phosphor entgleist und teilweise in Brand geraten. Nach offiziellen Angaben werden inzwischen rund 70 Menschen wegen Vergiftungssymptomen behandelt, darunter 19 Kinder. Zudem seien mehr als 1000 Menschen aus dem Umfeld des Unglücksorts nahe Lwiw (Lemberg) in der Westukraine in Sicherheit gebracht worden. Den Angaben zufolge war eine Region von etwa 90 Quadratkilometern betroffen - eine Fläche so groß wie die Insel Sylt. Der ukrainische Vize-Ministerpräsident Alexander Kusmuk bezeichnete das Unglück als die größte Umweltkatastrophe seit der Explosion im Kernreaktor Tschernobyl 1986. „Dies ist ein außergewöhnlicher Zwischenfall, und wir können nicht sagen, wie sich das Ganze entwickelt.“ Nach Aussage des Krisenstabes ist die Lage aber mittlerweile unter Kontrolle. Einwohner in dem betroffenen Gebiet wurden aufgefordert, keine Milch zu trinken, nicht in Gewässern zu baden und keine landwirtschaftlichen Produkte zu essen. Die Unglücksursache war weiter unklar. Nach Augenzeugenberichten gab es vor der Entgleisung einen lauten Knall. Experten untersuchen, ob ein zu hoher Druck in den Phosphortanks zu dem Unglück führte oder die Bahngleise beschädigt waren.

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