Vier Mädchen befreit
Polizei überwältigt Geiselnehmer

Vier Schülerinnen sind von einem Sondereinsatzkommando der nordrhein-westfälischen Polizei am Dienstagabend in Ennepetal aus der Gewalt eines bewaffneten Geiselnehmers befreit worden. Der Täter hatte sich mit seinen Opfern in einem Keller verschanzt.

HB ENNEPETAL. Nach fünf Stunden konnten die Beamten den mit zwei Messern bewaffneten Täter überwältigen und die Mädchen. Ob der Täter oder die Geiseln Verletzungen erlitten hatten, konnte die Polizei zunächst nicht sagen. Der Täter, ein etwa 50-jähriger Iraner, wollte Medienberichten zufolge mit der Geiselnahme erreichen, dass seine Familie aus Iran nach Deutschland kommen kann.

Der Iraner hatte gegen 13 Uhr in einem Linienbus zunächst zehn Schulkinder in seine Gewalt gebracht. Sechs von ihnen konnten sich befreien und fliehen. Mit vier Mädchen im Alter von 11 bis 16 Jahren verschanzte er sich in dem Keller des Einfamilienhauses. Das Wohnhaus im Stadtteil Voerde wurde von Spezialeinheiten der Polizei umstellt.

Psychologen konnten Kontakt zu dem Täter aufnehmen, ihn aber nicht zur Aufgabe überreden. Der Mann habe einen einen ruhigen und vernünftigen Eindruck gemacht, sagte ein Polizeisprecher. Auch zwei Schülerinnen, die aus dem Bus fliehen konnten, berichteten, der Täter habe völlig ruhig gewirkt. Offenbar habe er die Geiselnahme geplant gehabt. „Er sagte, er sei mit der deutschen Regierung unzufrieden und wolle daher Geiseln nehmen“, berichtete eine der Schülerinnen. Mit einem mitgebrachten Strick habe er seine Geiseln gefesselt.

Wie ein Sprecher der Verkehrsgesellschaft Ennepe-Ruhr der dpa mitteilte, kam der Bus der Linie 573 vom Gymnasium Ennepetal und hielt kurz vor 13 Uhr eine Haltestelle von der Schule entfernt an der Falkenstraße. Dort kam es zu dem Zwischenfall: Der Iraner, der in einer städtischen Unterkunft in Ennepetal untergebracht ist, zog plötzlich ein Messer. Er zwang den Fahrer und zehn Kinder zum Aussteigen. Dann flüchtete er mit den vier Schülerinnen in das Wohnhaus. Die Besitzerin schloss dort gerade die Tür auf und wurde von dem Mann überrascht; sie konnte entkommen.

„Unser Fahrer gab über Funk Alarm an die Leitstelle. Wir haben sofort die Polizei verständigt“, berichtete der Sprecher der Verkehrsbetriebe. Die Beamten rückten mit einem Großaufgebot und Spezialeinsatzkräften an. Zahlreiche Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge wurden in das weiträumig abgeriegelte Gebiet rund um das Wohnhaus bereitgestellt.

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