Vogelgrippe
„Bei kranken Tieren vorsichtig sein“

Das Überspringen des Vogelgrippe-Virus auf eine Katze bedeutet nach Einschätzung des Influenza-Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Klaus Stöhr, keine erhöhte Gefahr für den Menschen. „Das bedeutet nicht, dass sich das Virus leichter verändert oder leichter auf den Menschen überträgt“, sagte Stöhr.

HB BERLIN. Zwar handle es sich seines Wissens um den ersten Vogelgrippe-Fall bei einer Katze in Europa. In Asien hätten sich jedoch schon früher Großkatzen infiziert, ohne dass dies ein Massensterben etwa unter Tigern dort ausgelöst habe. Unter Laborbedingungen könne das Virus sich zwar von Katze auf Katze übertragen, in freier Wildbahn sei dies jedoch selten. Laborversuchen zufolge könnten gesunde Katzen den Erreger wohl nicht weiterverbreiten. Das Virus werde nur von kranken Tieren, nicht aber von gesunden ausgeschieden.

„Die Schlussfolgerung heißt daher: Man sollte bei kranken Tieren vorsichtig sein“, riet Stöhr. Dies gelte jedoch für an der Vogelgrippe erkrankte Katzen ebenso wie für Tiere, die sich mit Tollwut infiziert hätten. Menschen sollten diesen Tieren schlicht fern bleiben und das Veterinäramt informieren, wenn ihnen ein solches Tier auffalle. Zur Panikmache gebe es keinen Anlass.

Zuvor war erstmals in Deutschland der gefährliche Vogelgrippe-Erreger H5N1 bei einer verendeten Katze auf der Insel Rügen nachgewiesen worden. Ob es sich um die hoch ansteckende Variante handele, die in Asien und der Türkei zu Erkrankungen auch von Menschen geführt hat, werde noch untersucht, teilte das Friedrich-Loeffler-Institut mit. Die Katze sei am vergangenen Wochenende in der Nähe der Wittower Fähre auf Rügen aufgefunden worden. Dort waren auch die meisten der mehr als 100 infizierten Wildvögel aufgelesen worden. Die Behörden mahnten Tierbesitzer zu erhöhter Vorsicht.

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