Vogelgrippe bei Wildvogel
Nutzgeflügel muss in Ställen bleiben

Die Vogelgrippe wird zur immer ernsteren Bedrohung: Nachdem der H5N8-Virus nun auch bei Wildvögeln nachgewiesen wurde, muss in Mecklenburg-Vorpommern das Nutzgeflügel in den Ställen bleiben. Die Gefahr steigt auch im Rest Deutschlands.
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Nach dem Nachweis des Vogelgrippe-Virus' H5N8 bei einer Wildente in Mecklenburg-Vorpommern hat Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) die Unterbringung von Nutzgeflügel in Ställen angeordnet. "Wir sehen uns gezwungen, ein landesweites Aufstallungsgebot zu verfügen" erklärte Backhaus am Samstag. Das Bundeslandwirtschaftsministerium empfahl für ganz Deutschland zu zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen.

Mit dem Nachweis des Virus' H5N8 bei einer Krickente wurde der Erreger laut Backhaus erstmals in Europa außerhalb von Nutztieren festgestellt. Die Wildente war im Landkreis Vorpommern-Rügen im Rahmen des Wildvogelmonitorings geschossen worden.

Die Abschussstelle liegt deutlich außerhalb des Risikogebietes, das 50 km rund um den Betrieb in Heinrichswalde liegt, wo bereits zuvor Vogelgrippe festgestellt worden war. In den vergangenen Wochen hatte es mehrere Fälle von Vogelgrippe bei Zuchtgeflügel auch in Großbritannien sowie vor allem in den Niederlanden gegeben. Dabei war wiederholt vermutet worden, die Erkrankung könnte auch durch Wildvögel übertragen werden.

Backhaus zufolge verdichtet sich nun dieser Verdacht: Es "handelt sich zumindest bei den Fällen in den Niederlanden und bei uns nach bisherigem Kenntnisstand um die exakt gleiche Virusvariante", erklärte der Minister.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) berief nach Angaben seines Ministeriums für Montag eine Sitzung des erweiterten nationalen Krisenteams an. Zudem telefonierte er mit seiner niederländischen Kollegin Sharon Dijksmaa, um das weitere Vorgehen abzusprechen. "Wir wollen gemeinsam alles daran setzen, dass wir baldmöglichst zurückverfolgen können, wo der Virus herkommt, wenn er auftaucht", erklärte der Minister.

Schmidt appellierte überdies an alle Geflügelhalter zu hoher Aufmerksamkeit. Unklare Krankheits- oder Todesfälle müssten schnellstmöglich untersucht und bei Verdachtsfällen dem zuständigen Veterinäramt gemeldet werden. Das Bundeslandwirtschaftsministerium empfahl auch, Nutzgeflügel sicherheitshalber in ganz Deutschland in Ställen unterzubringen und Hygienemaßnahmen zum Schutz vor Infektionen zu verstärken.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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