Vogelgrippe in Afrika
WHO startet Öffentlichkeitskampagne zu H5N1

Die Vogelgrippe in Nigeria breitet sich weiter aus. Die Weltgesundheitsorganisation reagierte äußert besorgt und warnt davor, dass der Virus sich auf dem Kontinent schnell ausbreiten könnte. Sie forderte eine massive Öffentlichkeitskampagne, um den Menschen die Gefahren durch die Vogelgrippe deutlich zu machen.

HB ABUJA/NAIROBI/BUKAREST. Die Vogelgrippe in Nigeria breitet sich weiter aus. Der gefährliche Erreger H5N1 sei in zwei weiteren Bundesstaaten des westafrikanischen Landes nachgewiesen worden, teilten die nigerianischen Behörden am Freitag mit. Unterdessen kündigte die Regierung Massenschlachtungen auf allen Geflügelfarmen mit ungewöhnlich hohen Todeszahlen an. Landwirtschaftsminister Adamu Bello bat um internationale Hilfe bei der Bekämpfung der hoch ansteckenden Tierkrankheit, die in seltenen Fällen auf den Menschen übertragen werden kann.

Auf der Geflügelfarm im Bundesstaat Kaduna, von der die ersten positiv getesteten Proben stammten, wurden mittlerweile die restlichen Vögel getötet. Etwa 300 Strauße wurden erschossen. Zuvor waren dort schon viele Tausend Stück Federvieh gestorben oder getötet worden. Die Farm gehört dem nigerianischen Sportminister. Mindestens sechs afrikanischen Länder haben Geflügelimporte von Nigeria verboten.

Experten der WHO und der UN-Landwirtschaftsorganisation (FAO) wurden am Freitag zu einer Lagebeurteilung in Nigeria, dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas, erwartet. Die WHO rief alle westafrikanischen Staaten zu höchster Vorsicht auf. Der tödliche Erreger könne sich leicht von Nigeria auf die Nachbarstaaten ausbreiten, erklärte WHO-Generaldirektor Lee Jong Wook am Donnerstag in Genf. „Die Bestätigung des H5N1-Virus bei Geflügel in Afrika gibt Anlass zu großer Sorge und erfordert rasches Handeln.“ Es sei jetzt vor allem notwendig, die Menschen über die Gefahren einen engen Kontaktes mit kranken oder sterbenden Vögeln aufzuklären, die mit dem Virus infiziert seien.

Am Wochenende soll eine landesweite Impfkampagne gegen Kinderlähmung dazu genutzt werden, Basiswissen über die Vogelgrippe zu verbreiten. Das Wichtigste sei nun, die Ansteckung von Menschen zu vermeiden, betonte die Organisation. An der Impfkampagne sind 450 WHO-Mitarbeiter beteiligt.

Das H5N1-Virus ist bis jetzt von Asien bis in den Nahen Osten, nach Europa und jetzt auch nach Afrika gelangt. Die Experten befürchten, dass sich irgendwann auch eine Variante entwickelt, die von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.

In Afrika ist Geflügelhaltung für viele Menschen eine wichtige Überlebenshilfe und häufig die einzige Möglichkeit, ab und an Fleisch zu essen. In ländlichen Gebieten hält fast jede Familie Hühner, die frei zwischen den Hütten umherlaufen. Der Geflügelbestand Nigerias wird auf 140 Millionen geschätzt. Damit kommt in dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas mehr als ein Huhn auf jeden Einwohner.

Die Regierung kündigte an, für jedes notgeschlachtete Tier umgerechnet 1,60 Euro zu zahlen. Doch die wenigsten Bauern glauben daran, dass sie ihr Geld wirklich bekommen. Viele versuchen schnell noch, ihre Hühner zu Schleuderpreisen auf dem Markt zu verkaufen.

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