Vogelgrippe in Sachsen
H5N1: 700 Tiere in Geflügelbetrieb verendet

Nun ist das eingetreten, vor dem in den vergangenen Wochen stets gewarnt wurde: Erstmals ist die Vogelgrippe in einem deutschen Nutztierbestand ausgebrochen. Der Erreger H5N1 wurde bei toten Tieren nachgwiesen. Rund 700 sollen bereits verendet sein.

HB DRESDEN/RIEMS. In dem Betrieb in Mutzschen bei Wermsdorf mit insgesamt mehr als 10 000 Tieren befanden sich 1400 Puten in einem Stall. Von diesen seien bis Dienstag rund 10 Prozent und bis Mittwoch insgesamt rund 50 Prozent verendet. Das Landratsamt sprach von einem „hohen Verlustgeschehen“.

Nach Angaben des sächsischen Sozialministeriums handelt es sich um den größten Geflügelzuchtbetrieb Sachsens. Alle Tiere sollen nun gekeult werden. Dazu werde sowohl Gas als auch eine mobile Elektrotötungsanlage eingesetzt, sagte Sozialministerin Helma Orosz.

Das nationale Referenzlabor des Friedrich-Loeffler-Institutes (FLI) auf der Insel Riems hatte den gefährliche Virus H5N1 in Proben der toten Tiere und damit erstmals in einem deutschen Nutztierbetrieb nachgewiesen. Geprüft wird laut Institut noch, ob es sich bei dem Virus um die aggressive Variante „Asia“ handelt. Im aktuellen H5N1-Seuchenzug wurde allerdings noch kein andere Variante registriert.

Die Tötung, von der 8000 Puten, 4350 Gänse, 3350 Hühner sowie 600 Junggänse (Gössel) betroffen sind, hatte bereits unabhängig vom endgültigen Befund festgestanden, da nach der Geflügelpestverordnung bei Vogelgrippe die Keulung des gesamten betroffenen Bestands vorgeschrieben ist. Dazu reicht das bereits vom Amtstierarzt diagnostizierte H5-Virus aus.

Nach Angaben des FLI war der betroffene Bestand durch eine erhöhte Sterberate bei Puten aufgefallen. Unklar sei bisher, wie das Virus in den Bestand gelangen konnte. In Sachsen wurde bisher noch kein Wildvogel positiv auf den H5N1-Erreger getestet. „Auch wenn wir noch keinen Wildvogel mit dem H5N1-Virus in Sachsen gefunden haben, heißt das nicht unbedingt, dass Wildvögel in Sachsen nicht von der Vogelgrippe betroffen sind“, sagte FLI-Sprecherin Elke Reinking. Ein Epidemiologe des FLI aus der Außenstelle Wusterhausen (Brandenburg) wird von Donnerstag an untersuchen, wie das Virus in den Bestand eingetragen worden ist. Außer Wildvögeln kommen auch Transporte, Stall-Streu oder Futter als Überträger in Frage.

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