Vogelgrippe lässt Alarmglocken läuten
Deutsche Hühner werden weggesperrt

Der auch für den Menschen gefährliche Virenstrang H5N1 ist auch im europäischen Teil Russlands aufgetaucht. Die UN sehen zudem weitere Regionen in Gefahr. Die Schutzmaßnahmen laufen auf Hochtouren. Bundesweit wurde eine Stallpflicht für Geflügel angeordnet.

HB BRÜSSEL/BERLIN. Das Vogelgrippe-Virus H5N1 sei 220 Kilometer südlich Moskaus nachgewiesen worden, teilte die EU-Kommission am Mittwoch weiter mit. In ersten Tests von Geflügelgewebe aus der Region Tula sei der gefährliche Strang des Erregers nachgewiesen worden, hatte das russische Agrarministeriums bereits zuvor mitgeteilt. Es hatte jedoch hinzugefügt, die genetische Struktur des Virus müsse noch daraufhin untersucht werden, ob ein Zusammenhang mit der in Sibirien entdeckten Variante bestehe. Für die Hauptstadt Moskau mit ihren elf Mill. Einwohnern bestehe keine Gefahr, sagte der russische Landwirtschaftsminister Alexej Gordejew. Bislang war das Vogelgrippe-Virus in sechs Regionen Sibiriens, Ostrusslands und dem Ural entdeckt worden. Am Freitag hatte das Ministerium erklärt, rund 220 Vögel seien an Vogelgrippe in der Tula-Region gestorben. Die Region wurde unter Quarantäne gestellt.

Das EU-Referenzlabor im britischen Weybridge bestätigte zudem den Subtypus H5N1 im zweiten rumänischen Quarantäne-Gebiet Maliuc im Donaudelta. „Was wir befürchtet haben, ist eingetreten. Wir haben aber von Anfang an so agiert, als wäre es der Ernstfall“, sagte der rumänische Landwirtschaftsminister Gheorghe Flutur. Inzwischen sei die Notschlachtung von 1500 Stück Hausvögel und die Desinfektion des Dorfes Maliuc am Donauarm Sulina abgeschlossen. Maliuc wie auch Ceamurlia de Jos im Süden des Donaudeltas, wo zum ersten Mal der auch für Menschen gefährliche Vogelgrippevirus H5N1 bestätigt worden war, bleiben ebenso weiterhin von der Außenwelt abgeschlossen.

Bundesweite Stallpflicht für Geflügel wegen Vogelgrippe

Zur Abwehr der Vogelgrippe hat Deutschland eine bundesweite Stallpflicht für Geflügel verhängt. Der geschäftsführende Bundesverbraucherminister Jürgen Trittin (Grüne) erließ dazu am Mittwoch eine entsprechende Eil-Anordnung. Die Pflicht für ein striktes Freilaufverbot soll möglichst schon Donnerstag, spätestens aber mit der Veröffentlichung im Gesetzesblatt in wenigen Tagen gelten. Danach muss bis zum 15. Dezember freilaufendes Geflügel weggesperrt werden. Trittin begründete die Eil-Verordnung damit, dass zwischen der russischen Region und Deutschland direkter Vogelzug bestehe. Daher werde er für die restliche Zeit des Vogelzugs bis Mitte Dezember eine Stallpflicht anordnen. Wo dies nicht möglich sei, müsse der Kontakt zwischen Haus- und Wildvögeln auf andere Art vermieden werden. Das könne durch Abdeckungen der Gehege entstehen.

Die Risikolage habe sich verändert, erklärte Trittin weiter. Die Situation sei Besorgnis erregend. Der Minister bat die Länder, die Stallpflicht sofort umzusetzen. Die Bundesländer seien sich in einer Telefonkonferenz bei der Abschätzung des Risikos einig gewesen. Nach bisherigen Erkenntnissen gebe es in Deutschland jedoch noch keine erkrankten Vögel, betonte er. Wie die anderen EU-Länder verfahren, sei nicht bekannt. In der kommenden Woche werde sich der EU-Agrarrat treffen.

In Südostasien, wo die Krankheit ihren Ursprung hat, starben seit Ende 2003 allein in Vietnam mehr als 40 Menschen an Vogelgrippe. Experten fürchten, dass das Virus mutieren und von Mensch zu Mensch übertragen werden könnte.

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