Vogelgrippe
Massenimpfungen in Frankreich

Frankreich hat am Montag bei Nutzgeflügel mit Massenimpfungen gegen die Vogelgrippe begonnen. Die Maßnahme ist in Europa umstritten. Wie in Großbritannien wird auch in Deutschland kritisiert, dass nicht zwischen geimpften und infiziertem Geflügel unterschieden werden kann.

HB PARIS. Damit kann auch die Ausbreitung der Tierseuche nicht mehr sicher verfolgt werden. Mit Bosnien-Herzegowina, Georgien und Niger meldeten weitere Staaten das Auftauchen des auch für den Menschen gefährlichen Vogelgrippe-Virus H5N1. Damit erhöht sich die Zahl der Staaten, die den Virus in den vergangenen vier Wochen neu festgestellt haben, auf 18.

Frankreich begann mit den Impfungen im Departement Landes im Südwesten, das wegen des Durchzugs von Wildvögeln im Frühjahr als besonders gefährdet gilt. Mehr als 300 000 Gänse und Enten sollten in das Programm aufgenommen werden. Frankreich ist der größte Geflügel-Produzent Europas und setzt pro Jahr sechs Milliarden Euro um. Am Freitag war im Osten des Landes zum ersten Mal in einem EU-Staat eine H5N1-Infektion in einem Zuchtbetrieb festgestellt worden.

Auch die Niederlande plant die Impfungen einiger Nutzgeflügel-Bestände. Japan droht für diesen Fall eine Ausweitung seines Einfuhrverbots für französisches Geflügel auf die Niederlande. Für Deutschland lehnte der Präsident des Bauernverbandes Impfungen weiter ab: „Ich bin sehr skeptisch“, sagte Gerd Sonnleitner der ARD. Wenn nicht mehr zwischen geimpftem und infiziertem Geflügel unterschieden werden könne, „würde sich diese gefährliche Vogelgrippe erst recht ausbreiten“. Auch geimpfte Tiere können die Krankheit weiterhin übertragen.

Die Internationale Tierseuchen-Behörde (OIE) warnte davor, dass die Ausbreitung unter Wildvögeln ein beispielloses Tempo an den Tag lege. Die Situation in Europa sei damit vergleichbar, „unter Maschinengewehr-Feuer zu leben“, und werde sich mit der Rückkehr der Zugvögel aus Afrika noch verschlimmern, sagte OIE-Expertin Ilaria Capua in Paris. „Es ist das erste Mal in der Geschichte, dass die Vogelgrippe auch in Wildvögeln weit verbreitet ist.“

Am H5N1-Virus können sich auch Menschen anstecken. Seit seinem Auftreten Ende 2003 starben in Asien und im Nahen Osten mehr als 90 Menschen. Experten befürchten eine weltweite Epidemie, sollte sich das Virus so verändern, dass es sich von Mensch zu Mensch überträgt.

In Georgien und Bosnien-Herzegowina wurde in beiden Ländern der erste Fall von H5N1 in wilden Schwänen nachgewiesen. Im westafrikanischen Niger wurde nach Nigeria in einem zweiten afrikanischen Land die Virusart in Hausgeflügel gefunden.

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