Vogelgrippe
Stallpflicht in deutschen Risikogebieten

Zur Abwehr der Vogelgrippe hat Deutschland das Freilaufverbot für Geflügel ausgeweitet. Risikogebiete werden nun ausgewiesen, in denen eine Stallpflicht für Geflügel gilt.

HB BONN/BERLIN. Bund und Länder verständigten sich bei Krisenberatungen am Dienstag in Bonn darauf, in Risikogebieten eine Stallpflicht für Hühner und sonstiges Geflügel einzuführen. In Bayern soll bereits von diesem Mittwoch an ein komplettes Freilaufverbot gelten. Die Europäische Union bereitet sich unterdessen auf eine gefährliche Grippe-Epidemie vor. Ein massenhafter Ausbruch bei Menschen über mehrere Kontinente könnte ausgelöst werden, wenn sich der Vogelgrippe-Virus oder ein anderes Grippevirus zu einem hochgefährlichen Erreger entwickle.

Anders als Bayern wiesen andere Bundesländer Regionen aus, „in denen Vogelrastplätze und Feuchtgebiete liegen und in denen der Kontakt zwischen Wildvögeln und Hausgeflügel kaum zu vermeiden ist“. Damit folgten sie einer entsprechenden Anordnung der EU-Kommission vom vergangenen Freitag, berichtete das Bundesverbraucherministerium. Es rechnet damit, dass die Länder das Freilaufverbot im Verlauf dieser Woche umsetzen.

Nach EU-Bestimmungen sollen die Mitgliedstaaten die Gebiete mit Stallpflicht nach einheitlichen Risikorastern festlegen. Damit gibt es anders als von Bayern und der FDP verlangt in Deutschland keine flächendeckenden Verbotszonen. Zugleich räumte das Verbraucherministerium Risiken für einen Vogelgrippebefall durch einzelne Zugvögel ein. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechnet in jedem Fall mit einer Pandemie. „Es wird eine geben“, sagte der WHO-Generaldirektor Jong Wook Lee nach einem Bericht des „Handelsblattes“ (Mittwoch- Ausgabe). Auftreten werde sie wahrscheinlich zunächst in Südostasien.

Unterdessen gab es in Europa bei Geflügel neue Verdachtsfälle auf das gefährliche Vogelgrippe-Virus H5N1 - und zwar erneut in Rumänien sowie im europäischen Teil Russlands. In Griechenland, wo am Montag der erste Verdachtsfall in der EU aufgetreten war, werden Testergebnisse für kommenden Montag oder Dienstag erwartet.

Die Vogelgrippe hat ihren Ursprung in Südostasien. Das besonders schwer betroffene Vietnam braucht nach Einschätzung der Vereinten Nationen mehr internationale Hilfe im Kampf gegen die Viruskrankheit. Seit Ende 2003 sind dort über 40 Menschen daran gestorben. Mehr als 50 Mill. Stück Geflügel verendeten oder wurden getötet.

In der kommenden Woche wollen die EU-Gesundheitsminister die nationalen Vorbereitungen auf eine Grippe-Pandemie unter Menschen aufeinander abstimmen. Die Grippe-Medikamente wirken unspezifisch gegen vielerlei Grippeviren. Dagegen kann ein spezieller Impfstoff gegen ein Virus erst entwickelt werden, wenn es genau identifiziert ist. Da Deutschland das Auftreten eines besonders gefährlichen Grippe-Erregers befürchtet, hat es die Entwicklung eines Impfstoff-Prototyps in Auftrag gegeben. Er soll im Fall einer gefährlichen Pandemie an das spezifische Virus angepasst werden.

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