Von Islamisten entführte Rentnerin
In Mali entführte Deutsche ist frei

Die vor drei Monaten in Mali von Islamisten entführte deutsche Rentnerin ist nach Angaben von Außenministerin Frank-Walter Steinmeier (SPD) wieder frei. Wie Steinmeier in Berlin mitteilte, wurde die 77 Jahre pensionierte Lehrerin aus Darmstadt am Mittwochabend freigelassen.

HB BERLIN. Wie Steinmeier in Berlin mitteilte, wurde die pensionierte Lehrerin aus Darmstadt am Mittwochabend auf freien Fuß gesetzt. Der nordafrikanische Arm des Terrornetzwerks El Kaida hatte sich zu der Entführung bekannt. Die 77-Jährige war am 22. Januar zusammen mit drei weiteren Touristen in der Grenzregion zwischen Mali und Niger überfallen worden. Im Dezember hatten Terroristen im benachbarten Niger zwei kanadische Uno-Diplomaten in ihre Gewalt gebracht.

Die Rentnerin befinde sich in der Obhut von malischen Regierungsstellen und sei gezeichnet von den Strapazen der Verschleppung. Sie werde medizinisch betreut, teilte Steinmeier mit. „Ich bin sehr froh und erleichtert, dass die in Mali verschleppte deutsche Staatsangehörige wieder in Freiheit ist.“ Er danke besonders dem malischen Präsidenten Amadou Toumani Touré, mit dem man eng bei der Lösung des Geiseldramas zusammengearbeitet habe.

Der nordafrikanische Arm von El Kaida hatte nach den Entführungen gefordert, inhaftierte Terroristen im Austausch für die Geiseln freizulassen. Ob mit der Deutschen weitere Geiseln auf freien Fuß gekommen sind, war zunächst unklar. Die Region gilt als äußerst unsicher. In den Reisewarnungen des Außenamtes heißt es, in den nordafrikanischen und den südlich der Sahara gelegenen Ländern wachse die Gefahr des islamistischen Terrorismus. Das AA rät von Reisen in entlegene Gebiete der Sahara dringend ab. El Kaida suche in der Region gezielt nach Ausländern für Entführungen.

Die Rentnerin sowie ein Schweizer Ehepaar und ein Brite waren bei der Rückfahrt von einem Tuareg-Kulturfest in Mali verschleppt worden. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ vom Februar soll sich die deutsche Geisel in der Wüste einen Arm gebrochen haben.

Das Auswärtige Amt in Berlin hatte sich nicht zu der El-Kaida- Forderung und zu einem „Spiegel“-Bericht geäußert, der Krisenstab verhandele über Mittelsmänner mit El-Kaida-Terroristen. Das Außenministerium betonte auf Anfragen wie bei Geiselnahmen üblich jeweils nur, der Krisenstab arbeite intensiv an einer Lösung.

Bei den Kanadiern handelt es sich um den Uno-Sondergesandten für den Niger, Robert Fowler, sowie seinen Kollegen Louis Guay. Sie waren im Dezember rund 90 Kilometer westlich der Hauptstadt Niamey verschwunden. Zunächst war vermutet worden, sie seien von Tuareg- Rebellen gekidnappt worden.

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