Von Patienten bedroht
Arzt will mit scharfer Pistole zu Hausbesuchen

Ein Arzt aus dem nordrhein-westfälischen Soest will bei nächtlichen Hausbesuchen eine scharfe Pistole am Gürtel tragen. Nun muss das Arnsberger Verwaltungsgericht über den Fall entscheiden.

HB ARNSBERG/SOEST. Weil die Kreispolizei dem Jäger das Tragen seiner Waffe außerhalb seines Grundstückes nicht erlaubt hatte, zog der 40- Jährige vor das Arnsberger Verwaltungsgericht. Dort berichtete er am Montag von zahlreichen Situationen, in denen er in der Praxis und bei nächtlichen Einsätzen an sozialen Brennpunkten von Patienten bedroht worden war. Das Gericht will in vier Wochen über den Fall entscheiden.

Die Behörde hatte argumentiert, es reiche, wenn der Mediziner Pfefferspray oder Reizgas bei sich führe, um sich im Ernstfall zu schützen. Der Allgemeinmediziner entgegnete, dass diese Mittel nach Drogen- oder Alkoholkonsum zum Teil erst verzögert wirken würden. Er sei bereits in seiner Praxis mit einer Schusswaffe bedroht worden. „Wenn Patienten nicht bekommen, was sie wollen, kann die Situation eskalieren“, sagte er. Das sei keine Seltenheit.

Attacke mit dem Samurai-Schwert

Nicht nur Drogenabhängige oder psychisch Kranke sind für den Mediziner eine potenzielle Gefahr. Mehrfach sei er auch schon bei Hausbesuchen bedroht worden. Einmal sei ein Angehöriger einer Patientin mit einem Samurai-Schwert auf ihn losgegangen, um die Behandlung zu verhindern, berichtete der Arzt, der als Jäger zwar Waffen haben, diese aber nicht mitführen darf. Bisher habe er zum Glück immer deeskalierend auf die Bedrohungen reagieren können.

Das Gericht zeigte Verständnis für den Arzt, der unter dem Kittel eine Waffe tragen will. „Der Kläger ist durchaus mehr gefährdet als „Lieschen Müller“ oder sonstwer“, sagte der Vorsitzende Richter. Allerdings müsse geprüft werden, ob die vorgetragenen Sachverhalte die Ausnahme-Regelung zum Mitführen der Waffe nach Paragraf 19 des Waffengesetzes rechtfertigen.

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