Von Portugal bis Russland
In ganz Europa wüten Waldbrände

Die Hitzewelle in Europa hat Waldbrände von Portugal bis Russland entfacht. Zwar waren die Feuer in der Nähe des brandenburgischen Jüterbog am Dienstagmorgen Feuerwehrangaben weitgehend gelöscht, nachdem dort am Montag 30 Hektar Wald in Flammen gestanden hatten. In Portugal kämpfte die Feuerwehr am Montagabend dagegen weiter gegen 72 Brände, ihre russischen Kollegen gegen etwa 431 Brandherde.

Reuters BERLIN. Auch in Spanien und Kroatien brannten Wälder. In Frankreich und Großbritannien könnten in den kommenden Tagen die bisherigen Rekordtemperaturen noch überstiegen werden.

„Eine ehemalige Mülldeponie, die sehr stark munitionsverseucht ist, qualmt noch“, sagte der Jüterboger Stadtbrandmeister Peter Dümichen am Dienstagmorgen. Wegen der Munition könne die Feuerwehr dort nur aus größerer Entfernung gegen den Brand vorgehen. Am Vortag hatte es nach Polizeiangaben mehrere Detonationen gegeben, als durch die Flammen Munition explodierte. Zur Brandursache sagte Dümichen: „Brandstiftung kann man nicht ausschließen.“ Das Feuer sei an mehreren Stellen ausgebrochen, was untersucht werden müsse. Ein Polizeisprecher hatte am Montag erklärt, wahrscheinlich sei die extreme Trockenheit der vergangenen Tage für die Brände verantwortlich.

Strom- und Telefonausfall in Portugal

In einigen Teilen Portugals fiel die Telefon- und Stromversorgung aus. Seit Mittwoch seien zeitweise rund 100 000 Kunden ohne Strom, teilte der Stromversorger EDP mit. Rund 2 000 Kilometer Stromleitungen und 2 400 Transformatoren seien zeitweise außer Betrieb gewesen. Ministerpräsident Jose Manuel Durao Barroso hat das Land zum Katastrophengebiet erklärt. Ein Drittel der Waldfläche Portugals steht in Flammen. Mindestens neun Menschen sind seit dem Ausbruch der Feuer ums Leben gekommen. „Die Temperaturen sind auf jeden Fall ungewöhnlich und die höchsten seit einigen Jahren, aber es ist zu früh zu sagen, ob sie auf einen Klimawandel zurückgehen“, sagte ein Sprecher des portugiesischen Wetteramtes.

Eine Sprecherin des französischen Wetteramtes sagte, in den kommenden Tagen könnte die bisherige Rekordtemperatur von 44 Grad von 1923 überschritten werden. Im Süden des Landes wurde die Wassernutzung beschränkt. In Großbritannien drohten die Temperaturen das bisherige Allzeit-Hoch von 37,1 Grad zu überschreiten. Die Eisenbahn setzt die maximal zulässige Geschwindigkeit für Züge herab aus Angst, die Gleise könnten sich wegen der Hitze verformen. In Teilen der Schweiz wurden aus Frucht vor Waldbränden offene Feuer verboten. Auf den kroatischen Inseln Brac, Hvar und Bisevo kämpfte die Feuerwehr gegen Brände, nachdem die Temperaturen 37 Grad erreicht hatten.

Auch auf anderen Stellen der Nordhalbkugel wüteten Waldbrände. Über die kanadischen Provinz British Columbia - etwa so groß wie Deutschland und Frankreich zusammen - wurde der Notstand ausgerufen. Behörden zufolge sind etwa 5 000 Menschen von Evakuierungen betroffen. Fortschritte im Kampf gegen die Flammen in anderen Teilen des Landes erlaubte es 8 500 Personen, wieder in ihre Häuser zurückzukehren. Behörden warnten angesichts der Vorhersagen von trockenen Winden und Blitzeinschlägen ohne viel Regen vor weiteren Bränden. „Wir bereiten uns auf einen längeren Einsatz vor“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr von Kamloops. „Es wird ein harter Kampf.“

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