Vor den Rosenmontagsumzügen: Deutschland im Karnevalsrausch

Vor den Rosenmontagsumzügen
Deutschland im Karnevalsrausch

Deutschlands Narren und Jecken haben am Wochenende die tollsten Tage der „fünften Jahreszeit“ eingeleitet. Noch vor den großen Rosenmontagsumzügen in den Karnevalshochburgen Köln, Düsseldorf und Mainz verfolgten bei schönstem Vorfrühlingswetter Hunderttausende am Sonntag landauf, landab das burleske Treiben. Doch nicht überall blieb es friedlich.

HB KÖLN/HAMBURG. In Berlin bewegte sich die bunte Kolonne erstmals seit 51 Jahren wieder durch den Westteil der Stadt. In Braunschweig zog der längste Karnevalsumzug Norddeutschlands durch die Stadt, in brandenburgischen Cottbus der größte des Ostens.

Gedämpft wurde die gute Stimmung am Samstag allerdings im thüringischen Apolda, als sich etwa 40 angetrunkene Jugendliche mit der Polizei anlegten und stundenlang randalierten. Dabei wurden drei Beamte leicht verletzt.

Am Rhein nahm der Straßenkarneval am Sonntag einen friedlichen und heiteren Verlauf. Etwa 8000 Menschen zogen bei dem auf mittelalterliche Gesellenbanden zurückgehenden „Schull- und Veedelszöch“ durch Köln, auf demselben Weg, den am Rosenmontag der Hauptzug nehmen wird. In Aachen eroberten in einem bunten Aufmarsch 4000 kleine Jecken im traditionellen Kinderzug die Kaiserstadt.

Frankfurt am Main wollte mit dem größten Umzug in Hessen 400 000 Narren anlocken. Bei milden Temperaturen zog sich die Karawane mit 6 108 Teilnehmern durch die Bankenmetropole, darunter 51 Garden, 39 Kapellen und 99 Pferde. Auf einem der 44 Wagen wurden Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) als Kaiserin und Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) als Chirurgin mit Säbel dargestellt. Bei Umzügen in Würzburg und Nürnberg feierten etwa 200 000 Menschen den Höhepunkt des närrischen Treibens in Bayern.

Pünktlich um 11.11 Uhr übernahmen bei strahlendem Sonnenschein auch in Berlin die Narren das Kommando. Unter dem Motto „Hier tanzt der Bär“ zogen sie erstmals seit 51 Jahren wieder durch den Westteil der Stadt. 130 Gruppen und 2500 Karnevalisten hatten sich angesagt. Von 60 Wagen sollten 50 Tonnen Süßigkeiten auf die Zuschauer regnen.

In Braunschweig setzte sich am Mittag Norddeutschlands längster Karnevalsumzug in Bewegung. Rund 4 420 Narren, Musiker und Tänzer sowie 55 Motivwagen bildeten die rund sechs Kilometer lange Parade. Von einem der vorderen Wagen warf Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) Kamelle in die Menge. Die Karnevalsgesellschaften hofften auf bis zu 230 000 Zuschauer.

Beim größten ostdeutschen Karnevalsumzug in Cottbus marschierten etwa 4000 bunt kostümierte Narren in einem „Zug der fröhlichen Leute“ durch die Innenstadt. Mehr als 100 000 Menschen wurden erwartet. (Berichtigung: Im vierten Absatz wurde der dritte Satz korrigiert: Auf einem der 44 Wagen wurden Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) als Kaiserin und Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) als Chirurgin mit Säbel dargestellt.)

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